Auf der Welt gibt es noch kein einziges sicheres Endlager für den Atommüll

Ludwig Niermeyer

Von Ludwig Niermeyer (Teningen)

Mi, 05. Mai 2021

Leserbriefe

Herr Metzler meint, Atomkraft gehöre zu den klimafreundlichsten Arten der Stromproduktion: Sie sei nur "etwas schlechter als Windkraft" und "erheblich besser als Solarstrom".

Was er uns aber nicht sagt: Mit dem Betrieb von Atomkraftwerken hinterlassen unsere Politiker und die Konzerne der Menschheit dieses strahlende Erbe: Millionen Tonnen Atommüll. Der ist für jedes Lebewesen hochgiftig und muss deshalb von der Menschheit einige hunderttausend Jahre lang sicher (unterirdisch) verwahrt werden. Und auf der Welt gibt es dafür noch kein einziges sicheres Endlager. Und auch dies verschweigt uns Herr Metzler: Zum Bau der modernen Massenvernichtungswaffen (Atomraketen) benötigen die Waffenhersteller das Element Plutonium. Dieses kommt aber auf der Erde nicht natürlich vor. Es wird deshalb in den Atomkraftwerken aus angereichertem Uran erbrütet. Achtung: Dafür werden die abgebrannten Uran-Brennstäbe aus vielen Atomkraftwerken und die sogenannten Wiederaufbereitungsanlagen benötigt. Diese Anlagen stehen natürlich nur in den Atomwaffen-Staaten. In denen wird das in den Atomkraftwerken erbrütete Plutonium aus den abgebrannten Uran-Brennstäben für die Atomwaffenproduktion gewonnen. Und dahin liefern auch wir in Castorbehältern die abgebrannten Uran-Brennstäbe. Den weiterhin strahlenden, atomaren Restmüll (nun mit weniger Plutonium) müssen wir dann in unseren Castor-Behältern wieder zurücknehmen. Für die "sichere" Endlagerung. Ludwig Niermeyer, Teningen