Aufgemöbelte Sitzgelegenheiten

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Mi, 12. Mai 2021

Grenzach-Wyhlen

Von den 300 Bänken in Grenzach-Wyhlen sind jüngst wieder einige erneuert worden / Erste QR-Codes für den Hörspaziergang sind da.

. Vielleicht sind die Tage um die Eisheiligen herum nicht die besten dafür, dennoch hat die Sitzzeit begonnen. Kaum eine Bank im Freien, die nicht zunehmend im wahrsten Sinne des Wortes besessen wird. Immerhin stehen in Grenzach-Wyhlen rund 300 Sitzbänke bereit. Einige davon waren auch während der vergangenen Monate wieder demontiert, weil sie repariert oder ganz ersetzt werden mussten.

Die Technischen Dienste der Gemeinde wenden viel Zeit und Geld auf, damit die Menschen im Freien gut sitzen können. Zwischen 30 und 40 Bänke erhalten jährlich eine Auffrischung und etwa 20 werden vollständig auswechselt. Vorwiegend ist Verwitterung am Holz der Grund dafür, seltener lösen sich Halterungen, auch sind hin und wieder Bänke umzusetzen. Und leider kommt es zu Vandalismus, das ist dann für die Werkhofmitarbeiter der wirklich nicht verständliche Grund für Instandsetzungen.

Die meisten Reparaturen führen die Handwerker selbst aus. Für neue Sitzflächen setzen sie Kambala ein, das Holz ist ziemlich wetterfest und stabil. Ebenso wichtig ist, dass keine spitzen Holzfasern ausreißen und die Sitzenden verletzen können. Die Banksanierungen sind eine typische Winterarbeit in den Werkstätten. Generell achten alle Werkhofmitarbeiter auf den Zustand der Bänke, wenn sie im Ort unterwegs sind.

Übrigens: Stellen Besucher an einer Bank einen Defekt fest, können sie das auf der Webseite der Gemeinde in den Schadensmelder eingeben, dann kommt es garantiert an der richtigen Adresse an. Erneuert wurden dieses Jahr unter anderem die zwei Bänke auf der Plattform über dem Rheinufer am Hörnle, eine stiftete der Yachtclub, die andere bezahlte die Gemeinde. Eine Stifterbank steht nun auch an der kleinen Bucht am Rheinuferweg, der Handwerker- und Gewerbeverein spendete sie zur Erinnerung an den früh verstorbenen Unternehmer und zweiten Vorsitzenden des Vereins, Rainer Puchelt. Die Himmelsliege am Rheinufer finanzierte die Gemeinde, ebenso jene am Uferweg nahe des Aufstiegs zur B 34.

Eine neue Bank kostet je nach Beschaffenheit ihrer Fundamente zwischen 600 und 1200 Euro. Wichtig ist die Möglichkeit, die Bank gut im Boden verankern zu können. Zu den neueren Bänken gehören auch die am "Kraftwerksblick" und nahe des Biotops in Wyhlen. Als besonders beliebte Plätze sind die Sitzmöglichkeiten auf dem Hornfelsen, eben jene an der genannten Rheinuferbucht, und alle Bänke im Emilienpark bekannt. Etliche Bänke stehen in Bereichen, die auf Alltagswegen erreicht werden, also mitten im Ort, andere sind mehr oder minder Ziele bei Spaziergängen und Ausflügen.

Bei den Banknutzern gibt es keine Spezifika, alle Altersgruppen lassen sich gerne darauf nieder. Seit wenigen Wochen bieten aber einige Bänke eine Attraktion: Die Volkshochschule und der Verein für Heimatgeschichte gestalteten einen Hörspaziergang. Dazu schrieben Helmut Bauckner und Rolf Reißmann bisher für 14 Bänke kleine Texte mit interessanten und originellen Informationen zur jeweiligen Örtlichkeit. Alle diese Bänke erhielten oder erhalten in den nächsten Tagen einen QR-Code, bei dessen Aufruf übers Smartphone nicht nur diese Geschichten zu hören, sondern auch noch historische Bilder zu sehen sind. So erhält in der Gemeinde die Bezeichnung Bankwanderung eine völlig neue Bedeutung.