Ausbildung nach neusten Standards

Katharina Bartsch

Von Katharina Bartsch

Mi, 03. März 2021

Beruf & Karriere

Gewerbe-Akademie unterstützt Handwerkernachwuchs.

Friseure, Zimmerer, Kfz-Mechaniker und Elektroniker – sie alle haben eins gemeinsam: Der Handwerkernachwuchs lernt und arbeitet an der Gewerbe-Akademie in Schopfheim. Dort besteht zusätzlich zur dualen Ausbildung die Möglichkeit der überbetrieblichen Ausbildung. In insgesamt 13 Werkstätten gibt es hier 184 Werkstattplätze und auch für die theoretische Ausbildung stehen 205 Plätze bereit.

Die Gewerbe-Akademie der Handwerkskammer Freiburg deckt damit an drei Standorten, darunter in Schopfheim, ein großes Einzugsgebiet ab. Neben der überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung bietet die Gewerbe-Akademie auch allgemeine Erwachsenenbildung sowie Meistervorbereitungskurse an.

Wert gelegt wird in den Werkstätten vor allem auf modernste Ausstattung und den aktuellen Stand der Technik. Auch die Lehrinhalte werden immer wieder aktualisiert und an die gegenwärtigen Anforderungen und Gegebenheiten angepasst. Das Handwerk steht nicht still, neue Gesetze und Entwicklungen bringen immer neue Anforderungen für die Berufe und damit auch für den Nachwuchs mit sich. Im Baubereich ist das zum Beispiel das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches die energetischen Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäuden, an die Erstellung und die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden regelt. "Damit haben wir im Baubereich natürlich viel zu tun", sagt Stuckateur Matthias Faißt. Er ist standortübergreifender Fachbereichsleiter für den Bau. Die energetische Sanierung spiele in den Bauberufen eine immer größere Rolle, auf die sowohl bei den Meistern als auch bei den Lehrlingen ein besonderes Augenmerk gelegt wird.

Auch bei den Kfz-Mechatronikern werden die Lehrinhalte in Richtung Elektro umgestellt. Kfz-Meister Reinhard Preis arbeitet mit den Lehrlingen aus dem vierten Lehrjahr nicht nur an klassischen Benzin- und Dieselantrieben, sondern immer mehr auch mit Elektrofahrzeugen und deren Besonderheiten. Verschiedene elektronisch angetriebene Fahrzeuge stehen in der Fahrzeughalle, dazu unterschiedliche Lademöglichkeiten. Neben der Home- oder Wallbox, die im besten Fall für das Laden des E-Autos genutzt wird, kann ein E-Auto auch an einer normalen Steckdose geladen werden. Wieso das aber nur in Ausnahmefällen genutzt werden sollte, demonstriert der Kfz-Meister anhand von drei Heizlüftern. "Die entsprechen etwa einem Elektrofahrzeug, und wenn diese über einen gewissen Zeitraum an einer einzelnen Steckdose angeschlossen sind, wird das Kabel sehr heiß und es kann sogar zum Kabelbrand kommen", erklärt Reinhard Preis. Diese und andere Besonderheiten bei Elektrofahrzeugen lernen die Auszubildenden mittlerweile während ihrer Ausbildung.

Während in der Kfz-Werkstatt also gearbeitet wird, ist es ansonsten ungewöhnlich still in den Räumen der Gewerbe-Akademie in Schopfheim. Wo normalerweise Maschinen surren und viele Auszubildende in den einzelnen Gewerken von den Meistern eingewiesen werden, herrscht zurzeit weitestgehende Leere. Nur die Auszubildenden, die kurz vor der Prüfung stehen, dürfen anwesend sein und unter strengen Hygienevorgaben arbeiten.

Die Corona-Pandemie ist auch an der Gewerbe-Akademie nicht spurlos vorbeigegangen. Doch sie hat auch Positives mit sich gebracht im Bereich des Nachwuchses. "In den Bauberufen haben wir in den neuen Lehrjahren ein deutliches Plus zu verzeichnen", sagt Stuckateur Matthias Faißt. In den Berufsgruppen der Stuckateure und Maurer hätte es einen Zuwachs bei den Auszubildenden gegeben, besonders deutlich sei der Sprung jedoch bei den Zimmerern. "In der Baubranche wurde die ganze Zeit durchgepowert", sagt Faißt. Das sei nun auch spürbar in den Lehrverträgen.

In den weiteren Handwerksberufen seien die Ausbildungszahlen in etwa gleich geblieben. Positiv ist außerdem die Kooperation mit den Schulen, die in den vergangenen Jahren weiter vorangetrieben wurde. Besonders mit der Gewerbeschule Schopfheim besteht eine gute Zusammenarbeit. Von dort kommen regelmäßig Schülerinnen und Schüler an die Gewerbe-Akademie, um in die Handwerksberufe reinzuschnuppern. Nicht selten können so künftige Auszubildende für das Handwerk gewonnen werden, darunter auch immer wieder einige Mädchen.