Andalusien

Aus Schaden nicht klüger: Spanische Unglücksmine soll wieder öffnen

Martin Dahms

Von Martin Dahms

Do, 02. Juli 2015

Ausland

1998 brach in Andalusien ein Giftbecken und verseuchte eine ganze Region – jetzt soll die Unglücksmine wieder öffnen.

Jesús Moreno steht neben einem Rest des steinernen Damms, der hier noch sinnlos in den Himmel ragt wie eine mittelalterliche Ruine. "Wenn man ein bisschen nachgedacht hätte", sagt er, "wenn man das Becken nicht ausgerechnet hier, sondern oberhalb der Schürfstätte angelegt hätte, dann wären die Schlämme in die Mine geflossen. Dann hätte es kein Umweltdesaster gegeben." Moreno, Zweiter Bürgermeister von Aznalcóllar, blickt ins grüne Tal hinab, durch das sich der kleine Fluss Agrio windet. Er zeigt auf einen Baum, nicht weit unterhalb der Dammruine. "Das ist eine hundert Jahre alte Steineiche. Sie wurde direkt von den Schlämmen getroffen. Und hält sich immer noch aufrecht!" Aus seiner Stimme klingt Anerkennung für die Natur, die sich zu heilen weiß. Und auch für die Menschen, die sich dem Desaster entgegenstellten. "Es wurde wirklich gut sauber gemacht." Er sucht nach dem richtigen Wort und bleibt dann beim einfachsten: "Der Fluss ist – wunderschön."

Vor siebzehn Jahren war das hier ein Schlachtfeld, Ground Zero. Am Morgen des 25. April 1998 barst an der Stelle, an der jetzt Jesús Moreno steht, der Damm des Auffangbeckens für Giftschlämme aus dem nahen Bergwerk Los Frailes bei Aznalcóllar. Sechs Millionen ...

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