Strategie der Nato

Das Baltikum wäre nicht zu verteidigen

Dietmar Ostermann

Von Dietmar Ostermann

Fr, 03. Juni 2016

Ausland

BZ-INTERVIEW mit dem Militärexperten Christian Mölling über die Probleme der Nato, eine Strategie gegenüber Russland zu finden.

FREIBURG. Die neue Nato-"Speerspitze" hat in Polen kürzlich ihre schnelle Verlegung nach Osten geübt. Zugleich haben nicht genannte Nato-Generäle in der "Financial Times" Zweifel geäußert, dass die Eingreiftruppe im Krisenfall tatsächlich ins Baltikum verlegt werden könnte. Über die Strategie der Nato an ihrer Ostflanke sprach Dietmar Ostermann mit Christian Mölling vom German Marshall Fund.

BZ: Herr Mölling, ist die neue Nato-"Speerspitze" stumpf, kann sie im Ernstfall gar nicht ins Baltikum verlegt werden?

Mölling: Russland hat die Exklave Kaliningrad an der Ostsee konventionell aufgerüstet und von dort eine gute Position, den schmalen Korridor in der Ostsee zu verriegeln. Die Lösung für die Nato liegt in einer sehr unangenehmen Option: Wenn man schnell Verbände durch diese Meerenge bringen will, muss man enorme Verluste in Kauf nehmen. Wenn man schaut, welche Verluste im Kalten Krieg eingeplant wurden, dann versteht man, warum die Bundeswehr damals 600 000 Mann hatte. Weil klar war, dass innerhalb der ersten 14 Tage große Teile dieser Streitmacht verloren gehen. Das ist heute überhaupt nicht denkbar. Das wissen auch die Russen.

BZ: Eine "Speerspitze" mit einer geplanten Stärke von 5000 Mann wäre demnach zur Verteidigung des Baltikums nutzlos.

Mölling: Bei der Nato weiß man seit zwei Jahren, dass das Baltikum nicht zu ...

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