Panama

Waldarbeiter unter Wasser: Die Ware Stauseeholz

Klaus Sieg

Von Klaus Sieg

Sa, 12. Juli 2014 um 00:00 Uhr

Ausland

Taucher mit Kettensägen holen in Panama Tropenholz aus Stauseen und verkaufen es zu Spitzenpreisen auf dem Weltmarkt. Die Bergung der großen, alten Bäume unter Wasser ist recht aufwändig.

Alvalo Gonzales schnallt das Tauchermesser an seine Wade und legt das Halfter um, an dem die Schläuche befestigt werden. Drahtige Muskeln spannen sich unter seinem Camouflage-T-Shirt. Der 40-Jährige sieht aus wie ein einziger Muskel. "Das verlangt der Job", sagt Gonzales trocken und legt die Tauchermaske an. Dann stellt er sich an den Rand der schwimmenden Arbeitsplattform und springt in das dunkle Wasser. Nur einen Meter weit reicht die Sicht im Lago Bayano. Dann wird es finster. Auch die Taschenlampe nützt wenig. Alvalo Gonzales hat sie trotzdem dabei.

Vor etwa vierzig Jahren wurde der zweitgrößte See Panamas aufgestaut. Auf einer Fläche halb so groß wie Hamburg verschwanden Dörfer, Hügel, Wiesen und Wälder im Wasser. Hinter dem Holz der Wälder sind Gonzales und seine Crew her. Um die fünfzig verschiedenen Baumarten wuchsen einst in dem Tal im Osten des mittelamerikanischen Landes. Als der See aufgestaut wurde, war das Holz wenig wert. Also hat man die Urwaldriesen einfach stehengelassen. Heute ist Tropenholz ein gefragter Rohstoff, vor allem wenn es von großen und alten Bäumen stammt. Da lohnt sich selbst seine aufwändige Bergung unter Wasser.

Die Gewinnung von Stauseeholz geschieht nicht auf Kosten wichtiger Ökosysteme: Jeder Stamm aus dem Stausee ist einer weniger aus dem Wald. Und ein geborgener Baum verrottet nicht unter Wasser, also gelangt weniger Methan in die Atmosphäre.

Stauseeholz ist sehr robust
Zudem weist Stauseeholz besondere Eigenschaften auf: Weil es in den Jahrzehnten unter Wasser seine Spannung verloren hat, schwindet und ...

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