Der Star punktet – und bleibt unkonkret

dpa

Von dpa

Di, 10. September 2019

Basketball

Deutsche Basketballer wahren kleine Olympia-Chance / Nimmt Dennis Schröder an Qualifikation teil?.

SCHANGHAI (dpa/gg). Dennis Schröder klatschte zufrieden mit Bundestrainer Henrik Rödl ab. Die deutschen Basketballer haben ihre enttäuschende WM in China mit einem Erfolgserlebnis beendet und dürfen bis nächsten Sommer von Olympia träumen. Die Auswahl machte mit einem hart erkämpften 82:76 (17:12, 19:21, 20:23, 26:20) über Kanada die angestrebte Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die Sommerspiele 2020 in Tokio perfekt und will nun der Generation Dirk Nowitzki nacheifern. Zuletzt hatte der Würzburger eine Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) 2008 zu Olympia in Peking geführt.

"Wir wissen alle, dass wir nicht da sind, wo wir sein wollen, auf der anderen Seite haben wir gezeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen", sagte Rödl: "Gegen eine gute Mannschaft zu gewinnen, ist ein guter Abschluss für uns." Nach dem zweiten Sieg in der Platzierungsrunde reichte es nun wegen des blamablen Vorrundenscheiterns nach einer 68:70-Niederlage gegen die Dominikanische Republik dennoch nur für WM-Rang 18, das schlechteste deutsche Abschneiden bei einem Weltturnier.

Ob der 25-jährige Dennis Schröder im Anlauf auf Olympia definitiv dabei sein wird, hatte er vor der Partie offengelassen. "Wenn ich fit bin und alles gut läuft, dann spiele ich – und wenn nicht, dann nicht", sagte Schröder und blieb wohl bewusst unkonkret. Denn der Satzteil "wenn alles gut läuft" ist vielseitig interpretierbar.

Im Sommer 2020 geht es fürs deutsche Team bei einem von vier Quali-Turnieren gegen fünf andere Mannschaften um die letzte Chance auf ein Olympia-Ticket. Nur der Sieger darf nach Tokio. Um die Gastgeberrolle will sich der DBB wohl nicht bewerben. "Es ist für uns illusorisch. Wenn ich etwas machen möchte, muss ich es finanziell hinterlegt haben", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. "Dazu bereiten wir uns auf die Heim-EM 2021 vor – und da aus der hohlen Hand ein Sechs-Nationen-Turnier zu organisieren, möchte ich bei uns keinem zumuten."

Zum fünften Mal setzte Rödl auf die gleiche WM-Startformation, die Schröder anführte. Im ersten Angriff gegen Kanada nahm der 25-Jährige direkt erfolglos den eigenen Abschluss per Korbleger, versuchte ansonsten zu Beginn aber wie schon gegen Senegal vor allem seine Mitspieler einzusetzen.

Doch wie so häufig bei dieser Weltmeisterschaft fielen zu wenige eigene Würfe aus der Distanz, das offensive Tempo fehlte, es häuften sich die unnötigen Ballverluste. Mit einem 9:0-Lauf beendete das deutsche Team die erste Halbzeit. Im dritten Viertel traf die DBB-Auswahl dreieinhalb Minuten lang keinen Korb, Kanada zog bis auf 52:41 davon. Mit einem 22:4-Lauf drehte das deutsche Team jedoch die Partie.

Im WM-Viertelfinale kommt es an diesem Dienstag zu den Partien: Serbien – Argentinien (13 Uhr) und Spanien – Polen (15 Uhr). Am Mittwoch spielen: USA (Titelverteidiger) – Frankreich (13 Uhr); Australien – Tschechien (15 Uhr/alle auf Magentasport).