Interview

Basler Sporthistoriker: "Sport ist seit der Antike hochpolitisch"

Nina Witwicki

Von Nina Witwicki

Sa, 10. Juli 2021 um 14:28 Uhr

Sportpolitik

BZ-Plus Über politische Gesten bei Sportveranstaltungen wird nicht erst seit der Fußball-EM diskutiert. Der Basler Sporthistoriker Peter Engel sagt: Sport ist und war nie unpolitisch.

Ein Ereignis, die ganze Welt schaute zu: Tommie Smith und John Carlos erhoben bei den Olympischen Spielen 1968 ihre Fäuste gegen Rassismus in den USA. 1980 boykottierten mehr als 40 Staaten die Olympischen Spiele in Moskau, um gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan zu protestieren. Manuel Neuer trug bei der Fußball-Europameisterschaft 2021 eine regenbogenfarbene Armbinde als Zeichen für Toleranz. Politische Gesten sind bei sportlichen Großveranstaltungen keine Seltenheit. Doch wie stark sind Sport und Politik verbandelt? Auskunft gibt der Basler Sporthistoriker Peter Engel.
BZ: Herr Engel, was war für Sie der eindrücklichste sportpolitische Moment dieser Fußball-Europameisterschaft?
Engel: Natürlich die Diskussion rund um die Regenbogen-Beleuchtung des Münchner Stadions als Zeichen für die LGBTQ-Bewegung (Anm.d.R. aus dem Englischen übersetzt: lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer). Hintergrund war ja die Entscheidung Ungarns für ein Gesetz, dass sich gegen Homosexualität und die Regenbogen-Gemeinschaft richtet. Ich glaube aber, dass das Thema in den Medien viel zu sehr ausgeschlachtet wurde. Es war klar, dass der europäische Fußballverband UEFA dem nicht zustimmen würde. Bei allen sportlichen Großveranstaltungen dieser Art gibt es vertragliche Regeln, die besagen, dass möglichst keine politischen Äußerungen getätigt werden sollen. Hätte München das Stadion bunt angestrahlt, ohne es mit der UEFA abzusprechen, wäre ...

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