Bedeutung des Online-Spiels nimmt zu

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 14. August 2021

Waldshut-Tiengen

Beobachtung der Suchtberatung.

(BZ). Das seit dem 1. Juli geltende Glücksspielgesetz erlaubt per Konzession legale Glücksspiele im Internet. Das sieht die Fachstelle Sucht in Waldshut kritisch. Gerald Edinger sprach darüber mit dem Sozialpädagogen Peter Grimm.

Sind die Anfragen in der Suchtberatung tatsächlich angestiegen? Peter Grimm von der Fachstelle Sucht in Waldshut kann diese Aussage für seinen Zuständigkeitsbereich so nicht bestätigen. "Die Zahl der Glücksspielabhängigen, die sich bei uns gemeldet haben, sind in dieser Zeit nicht rapide in die Höhe gestiegen. Erst seit den Lockerungen in diesem Jahr steigen die Beratungsanfragen im Glücksspielbereich. Dass in anderen Beratungsstellen mehr Anfragen eingegangen sind, ist durchaus möglich.

Aus seiner Sicht wäre denkbar, dass viele Glücksspieler in der Pandemie-Zeitbemerkt haben, dass sie ein Problem haben: Sie waren quasi auf Entzug, weil alles zu war. Er vermutet, dass etliche Spieler in die Online-Spiel-Szene eingetaucht sind. Für viele sei dies aber nicht dasselbe, es gehe um Gewohnheit und Rituale. "Das Spielen am Automaten hat einen ganz anderen Charakter als das Online-Glücksspiel. Die Mitarbeiter der Fachstelle beobachten allerdings, dass die Bedeutung des Onlinespiels zunimmt. Anfragen bezüglich der Online-Spiel-Sucht steigen kontinuierlich, wie generell die Anfragen bezüglich Glücksspielberatungen. Der Sozialpädagoge nimmt an, dass durch die Legalisierung und damit bessere Verfügbarkeit Angebote im Netz häufiger genutzt und dadurch mehr Menschen ein problematisches Konsumverhalten entwickeln werden. "Dies heißt wiederum eine steigende Zahl von Personen, die Beratung brauchen werden", sagt Peter Grimm.