Bei wenigen bekannten Fällen bitte nicht gleich in Panik geraten

Carola Rahmelow

Von Carola Rahmelow (Freiburg)

Di, 23. März 2021

Leserbriefe

All jenen, die nun zu einem Aufschrei der Entrüstung bezüglich der "möglichen" Nebenwirkung des Impfstoffs von Astrazeneca tief Luft holen, sei ein Gang an den heimischen Aufbewahrungsort der Medikamente empfohlen. Man nehme den Beipackzettel eines Schmerzmittels, das zum Beispiel Paracetamol oder Acetylsalicylsäure enthält. Hat fast jeder Haushalt. Wenn man hier unter Nebenwirkungen nachliest, so sind unter anderem Änderung der Blutgerinnung mit "selten bis sehr selten" angegeben. Das sind nach Angabe im Beipackzettel rund eine Person pro 10 000. Auf 1,6 Millionen hochgerechnet, entspricht das 160 Personen mit entsprechenden Nebenwirkungen. Insbesondere Frauen möchte ich einen Blick in den Beipackzettel der Pille empfehlen. Hier werden 1100 Thrombosefälle pro einer Million Frauen toleriert. Und das ist jeweils nur eine von einer Latte an Nebenwirkungen, die auf den Beipackzetteln aufgeführt sind.

Richtig finde ich, dass die Fälle mit einem vermuteten Zusammenhang untersucht werden. Das muss sein. Aber hier gleich bei wenigen bekannten Fällen in Panik zu geraten, halte ich aufgrund der oben angeführten Zahlen doch für etwas überzogen. Selbst wenn noch Fälle hinzukommen. Da ist noch viel Luft nach oben, bis die bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln tolerierten Zahlen erreicht werden. Erst recht in Bezug auf die Pille. Carola Rahmelow, Freiburg