Benevit setzt Antigen-Schnelltests ein

Marius Alexander

Von Marius Alexander

Di, 27. Oktober 2020

Wyhl

Seit Montag werden im "Haus Rheinaue" in Wyhl täglich vier Bewohner und zwei Mitarbeiter auf Antikörper getestet.

(BZ/ius). In allen Benevit-Einrichtungen wird im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine neue Teststrategie in die Tat umgesetzt. Auch im "Haus Rheinaue" in Wyhl wird seit Montag mit Antigen-Schnelltests gearbeitet. Jede Woche soll pro Wohngemeinschaft ein Bewohner getestet werden, erklärte auf Nachfrage Olga Haug, Sprecherin der Benevit-Gruppe in Mössingen. Hinzu kämen Mitarbeiter und Besucher. Für Wyhl wurden tägliche Tests von vier Bewohnern und zwei Mitarbeitern berechnet.

Bereits seit Monaten hatte Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister laut einer Mitteilung regelmäßige Tests für Bewohner und Mitarbeiter gefordert. Die vor einigen Tagen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CSU) angekündigte neue nationale Teststrategie ermögliche nun die Umsetzung vor Ort. Seit dem vergangenen Freitag verfüge die Benevit-Zentrale über die Tests, die sofort an alle 26 Einrichtungen, ambulante Dienste und Tagespflegen verteilt worden seien. Seit Montag werden nach Aussage von Olga Haug auch in Wyhl Bewohner wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet. Eine Prioritätenliste gebe es nicht. Eingebunden werden sollen auch Besucher der Einrichtungen. Vor allem Personen, die keine Symptome einer Infizierung zeigten, sollen getestet werden, "da diese bekanntermaßen ebenso ansteckend sein können", erklärt Olga Haug.

Dazu heißt es in der schriftlichen Pressemitteilung: "Bei Besuchern wird ein Antigentest vor allem dann erforderlich, wenn aufgrund der Umstände des Bewohners keine FFP-2-Maske getragen oder der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Oder aber, wenn der Besucher aus einem Risikogebiet kommt oder andere Risikofaktoren vorliegen." Selbstverständlich, teilt Olga Haug ergänzend mit, sei der Test freiwillig. Wolle sich ein Besucher nicht testen lassen, seien jedoch erhöhte Schutzmaßnahmen wie die Benutzung einer FFP-2-Maske oder das Tragen eines Schutzkittels und Handschuhe erforderlich.

In zahlreichen Beiträgen zu Vor- und Nachteilen der Antigen-Schnelltests hieß es stets, dass die Tests für Laien nicht geeignet seien, da Fehler bei der Probenentnahme rasch zu falschen Ergebnissen führen könnten. Deshalb werden bei Benevit laut Darstellung von Benevit-Sprecherin Olga Haug alle examinierten Pflegekräfte geschult "und in die Vorgehensweise des Testens eingewiesen. Im stationären Bereich sind das in Wyhl mindestens fünf Fachkräfte und ebenso viele im ambulanten Dienst."

Laut Einschätzung von Benevit sind die Schnelltests durchaus eine Erleichterung für Pflegeeinrichtungen. "Besteht bei Bewohnern oder Mitarbeitern ein erhöhtes Infektionsrisiko, könne beispielsweise die Schutzphase verkürzt werden. Ein erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel nach Krankenhausaufenthalten, bei einem Neueinzug oder nach dem Urlaub." Sei die Körpertemperatur erhöht oder habe es Kontakt zu einem Infizierten gegeben, habe man rasch Klarheit.

Monatlich rechnet Benevit für alle Einrichtungen mit etwa 10 000 Tests und Zusatzkosten in Höhe von 80 000 Euro. "Aber das ist es uns wert", wird Geschäftsführer Kaspar Pfister in der Mitteilung zitiert. Aktuell sei keiner der etwa 2300 Bewohner aller Einrichtungen an Sars-CoV-2 erkrankt. Lediglich zwei Mitarbeitende befänden sich derzeit in Quarantäne.