Breisgau-S-Bahn

Betreibergesellschaft der Elztalbahn räumt "sehr durchwachsenen" Start ein

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

So, 28. November 2021 um 10:04 Uhr

Elzach

Die Elztalbahn ist wieder bis Elzach in Betrieb, doch reibungslos läuft es nicht. Die SWEG zieht ein erstes Fazit und antwortet auf Kritik von Fahrgästen zu Verspätungen und Zugausfälle.

Die Elztalbahn ist wieder in Betrieb, mit neuen Fahrzeugen, geänderten Fahrplänen und einem Halbstundentakt ins obere Elztal zu den Hauptverkehrszeiten. In den ersten Tagen wurde der BZ von diversen Störungen, Ausfällen oder Funktionsschwächen im täglichen Verkehr berichtet. Die Südwestdeutsche Landesverkehrs GmbH (SWEG) als Betreiberin geht jetzt darauf ein. Ihr Fazit, das sie für die ersten zwei Wochen Zugbetrieb auf der gesamten Elztalbahn zieht, fällt dabei "sehr durchwachsen" aus.

Einige Probleme führt Christoph Meichsner als Sprecher der SWEG – nach wie vor – auf die verspätete Lieferung der neuen Talent-3-Elektrofahrzeuge durch den Hersteller Bombardier zurück. Tests konnten dadurch nicht rechtzeitig durchgeführt werden und Störungen, vor allem bei der Türöffnung, traten auf. Deren Beseitigung müsse nun bei laufendem Betrieb nachgeholt werden, was "leider immer noch zu Einschränkungen bei Fahrzeugverfügbarkeiten und Betriebsabläufen" führe. Schäden an einem Motor, wie fälschlicherweise an einem Bahnhof durchgesagt, seien allerdings zu keiner Zeit aufgetreten.

Rheintalbahntrasse ist ein "permanentes Problem"

Auf Fragen der BZ nennt die SWEG einige Gründe, warum es bei einzelnen Zügen "nicht gut lief". So überfuhr ein Zug am 17. November einen großen Stein nahe des Bahnübergangs zwischen Batzenhäusle und Buchholz; er musste aufgrund des Steinschlags aus dem Verkehr genommen werden. Am 18. November wirkte sich eine Störung an einem Bahnübergang bei Waldkirch negativ auf den Verkehr aus. Am 15. November gab es eine anderthalbstündige Signalstörung in Denzlingen, die den gesamten Verkehr auf der Rheintaltrasse aus dem Takt brachte. Hier verweist die SWEG als "permanentes Problem" auf die hohe Auslastung der Engstelle, an der die Elztalbahn allen verspäteten ICE-Fernzügen Vorrang gewähren müsse. Auch das sei in der ersten Betriebswoche vorgekommen.

Solche Verspätungen können sich "aufschaukeln".

Wenn ein Nahverkehrszug im Elztal noch unterwegs ist und der nächste planmäßige Zug schon wieder fährt, kann es dazu kommen, dass die verspätete Verbindung ausfallen muss, "um die Fahrplanstabilität wieder herzustellen". Züge, so die SWEG, müssen dann in Bleibach enden und wieder in Richtung Freiburg fahren, um die Verspätungen in den Griff zu bekommen". Dies war, wie der BZ berichtet wurde, am 17. November der Fall. Der Zug bis Elzach endete schon in Bleibach und gegenüber den Fahrgästen "kommentarlos". In Zukunft soll ein Anschlussbus eingesetzt werden. Bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember stehe zwischen 15.45 und 18.45 Uhr ein Bus bereit, der die Fahrgäste weiter in Richtung Elzach befördert, wenn Züge in Bleibach außerplanmäßig halten müssen. Die SWEG verweist hier auf eine kurzfristig getroffene Regelung.

Auch Kritik an den Wagen

Zu Mutmaßungen, die Talent-3-Triebwagen hätten zu wenige Türen mit Folgen für die benötigten Ein- und Ausstiegszeiten, äußerte sich die SWEG nicht. Sie begnügte sich hier mit dem Hinweis auf die so erfolgte Bestellung durch den Auftraggeber, das Land Baden-Württemberg. In jedem Fall ein Fortschritt sei die Fahrweise der neuen Züge. Die Elektrotriebwagen fahren, was die Motoren betrifft, deutlich leiser als die zuvor eingesetzten Dieselfahrzeuge des Typs Regio-Shuttle. Zu Schleifgeräuschen, die bei der Fahrt über Weichen auch in einem Talent-3-Fahrzeug vernehmbar sind, sagt die SWEG, dass solche Geräusche "spürbar reduziert" worden seien. Dafür verantwortlich ist der Einsatz von hydraulischen Achslenklagern. Diese ermöglichen ein kurvenkonformes Einstellen der Radsätze, was zu einem verschleiß- und geräuschärmeren Kurvenlauf als bei konventionellen Achslagern führe. Die vierteiligen Talent-Triebfahrzeuge auf der Elztalbahn sind alle schon mit diesem System ausgerüstet – im Unterschied zu den dreiteiligen Fahrzeugen andernorts, die schrittweise erst umgerüstet werden. Im Übrigen, so die SWEG, wurden und werden die gesetzlichen Lärmschutzgrenzen zu jeder Zeit eingehalten.

Für Verwunderung in Gutach sorgte jetzt noch eine Ankündigung von Bauarbeiten in der Nacht vom Montag zum Dienstag, 29./30. November. Im Auftrag der DB müsse am Bahnhof Gutach ein Schienenwechsel vorgenommen werden. "Waren die nicht gerade fertig?", fragen sich die Anwohner.