Logistik und Materialwirtschaft

Betriebe können von der Ausbildungsoffensive profitieren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 19. April 2021 um 11:09 Uhr

Beruf & Karriere

In der Logistikbranche gibt es rund 200 Ausbildungsberufe und 160 Studiengänge. Die "Ausbildungsoffensive" der Bundesregierung soll im zweiten Corona-Jahr Anreize für Ausbildungsbetriebe schaffen.

Geplant ist die Verdopplung der bestehenden Ausbildungsprämie von 2000 Euro auf 4000 Euro pro Jahr. Betriebe, die ihre Ausbildungskapazitäten sogar ausbauen, sollen einen Zuschuss von 6000 Euro erhalten. Förderberechtigt sind nun Betriebe mit bis zu 499 Beschäftigten statt der ursprünglichen 249.

Auch in der Covid-19-Krise, wo Politik, Wirtschaft und viele junge Menschen ohne Ausbildungsperspektive unter den Auswirkungen leiden, bietet die Logistik eine Vielzahl spannender Beschäftigungsmöglichkeiten mit Zukunftspotenzial. Mit mehr als drei Millionen Beschäftigen ist der Bereich Logistik einer der wichtigsten Arbeitgeber. Laut Untersuchung der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply-Chain-Services (SCS) von 2018 belief sich das Beschäftigungswachstum allein in den vergangenen zehn Jahren auf über 24 Prozent.

Gute Karrierechancen in der Logistik
Dabei sind nicht nur die Aufgaben, Prozesse und Anwendungsbereiche in der Logistik vielfältig, sondern auch ihre Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten. Diese haben sich aufgrund der zunehmenden Dynamik des Wirtschaftssektors weithin ausdifferenziert. 65 Prozent aller Logistikbeschäftigten arbeiten in Branchen wie dem Handel oder der Industrie und kommen dadurch mit vielen Facetten der Logistik in Berührung. Gerade weil die Logistik eine Querschnittsfunktion ist, die sich durch fast alle Branchen und Segmente zieht, erfordert sie Know-how aus mehreren Fachbereichen. Das Angebot an Ausbildungsberufen in der Logistik ist breit und reicht vom Speditionskaufmann oder Kauffrau für KEP-Dienstleistungen (Kurier, Express und Paket) bis hin zu administrativen Aufgaben, der Arbeit mit IT oder Medien. Auszubildende gewinnen im Rahmen ihrer Tätigkeiten oft auch Erfahrungen mit dem internationalen Geschäftsleben.

Logistiker übernehmen Verantwortung
"Als Ausbildungsbetriebe schaffen wir die Fachkräfte von morgen und tragen dazu bei, jungen Menschen eine Perspektive zu bieten in einem spannenden und wachsenden Wirtschaftsbereich", sagt Marcus Meyer, Leiter Personal bei B+S GmbH Logistik und Dienstleistungen. Das Unternehmen aus dem Teutoburger Wald ist auf die kundenspezifische Implementierung komplexer Logistik-Anwendungen spezialisiert und bietet eine Vielzahl an Ausbildungsberufen an, unter anderem zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen oder zur Fachkraft für Lagerlogistik. "Wir sind immer auf der Suche nach neugieren und engagierten jungen Menschen, die sich für die vielschichtige Logistikwelt begeistern." Auch der Anbieter von Transport- und Lagerdienstleistungen inTime Express Logistik GmbH bildet jedes Jahr aus. Im Sommer 2021 will das Unternehmen allein zwölf Azubis in den Bereichen Spedition und Logistikdienstleistung sowie Fachinformatik für Systemintegration und Anwendungsentwicklung einstellen. "Wir wollen neben dem dualen Studium auch die Ausbildung fördern und mit der Verbindung von Theorie und Praxis für die Logistik und ihre Leistungen begeistern. Die Beschäftigungsmöglichkeiten werden durch die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und moderner Technologie immer bunter, da ist für jeden etwas dabei", erklärt Gerd Röttger, Geschäftsführer von inTime.

Wirtschaftliche Bedeutung wächst weiter
Dabei ist der Bedarf nach engagierten Nachwuchskräften im gesamten Wirtschaftsbereich nach wie vor hoch und dürfte auch in Zukunft weiter steigen. Denn die Bedeutung und systemrelevante Funktion der Logistik für die Versorgung von Produktion, Handel und Bevölkerung nimmt zu. Ein wesentlicher Treiber ist das sich verändernde Konsum- und Kaufverhalten der Menschen. So ist der E-Commerce zu einem immer stärker wachsenden Wirtschaftssegment geworden und für viele moderne Konsumenten nicht mehr wegzudenken.

Der Onlinehandel boomt
2020 betrug der Gesamtumsatz im Onlinehandel über 83 Milliarden Euro, der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) erwartet für 2021, dass der Onlinehandel mit Waren und Dienstleistungen die 100-Milliarden-Euro-Marke überschreiten wird. Dieser Boom des Onlinehandels hängt wesentlich von der zuverlässigen logistischen Abwicklung der bestellten Waren in Form von Lagerung, Transport, Kommissionierung und Retourenmanagement ab. Für die anspruchsvollen Aufgaben braucht es kompetentes Fachpersonal, das Logistikdienstleistungsunternehmen jedes Jahr gezielt durch Ausbildungsprogramme fördern. Aufgrund ihrer Vielfalt bietet die Logistikbranche einen bunten Strauß an Beschäftigungsmöglichkeiten für Wechselwillige aber auch und gerade für junge Menschen in den Bereichen IT, Medien, Planung, Produktion aber auch Beratung. "Dies gilt auch für Frauen, deren fachliche und persönliche Fähigkeiten immer stärker gefragt sind", erklärt Frauke Heistermann, Sprecherin der Initiative "Wirtschaftsmacher".