Bewegung in Staufens Geschäftswelt

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

Mo, 03. August 2020

Staufen

In der Staufens Innenstadt gab es beim Einzelhandel rege Veränderungen: Wechsel, Schließungen und Neueröffnungen – ein Überblick.

. Der Betrieb im Staufener Städtle während der üblichen Geschäftszeiten hat wieder annähernd Vorjahresniveau. Zahlreiche Urlauber und Radtouristen bummeln durch die malerische Altstadt, die Plätze im Außenbereich der Gaststätten und Cafés sind gut belegt. Dennoch gibt es Veränderungen in der Geschäftswelt: neue Läden haben eröffnet, einige Geschäfte stehen leer, einige seit kurzem, andere schon seit Monaten. Die Gründe sind vielfältig. Die BZ hat sich in Staufen umgehört und umgeschaut.

Am Marktplatz in Staufen eröffnet am 8. August im früheren Fotogeschäft Lehmann nun "Photo und Bilderecke mit Bildeinrahmung". Die Inhaber Peter und Ulrike Geiselmann haben bereits ein Geschäft in Heitersheim, ab kommendem Jahr soll der Staufener Laden Hauptfiliale werden. Zusätzlich setzen die beiden auf Schwarzwaldkunst. Ein paar Meter weiter in der Kirchstraße ist die Confiserie und Chocolaterie Rims seit kurzem geschlossen. Gisela Rims zieht sich in den "Unruhezustand" zurück, wie sie auf einem kleinen Plakat ankündigt. Direkt daneben hat vor kurzem im sanierten grüngestrichenen Altbau die Trattoria "Mediterrane Leidenschaft" eröffnet. Leer steht inzwischen das Modegeschäft "Herzallerliebst" gegenüber. Vermieterin des Ladengeschäfts ist die Stadt Staufen, die bereits mit mehreren Bewerbern in Verhandlungen steht, und zuversichtlich ist, demnächst einen Mietvertrag abzuschließen, wie Hauptamtsleiterin Isabella Schuhmann sagt. Die Schließung des Kindermodegeschäfts sei nicht wegen der Folgen der Pandemie erfolgt, sondern aus persönlichen Gründen, weiß sie.

Ebenfalls geschlossen ist das Wollgeschäft Nadelart. Da Inhaberin Ulrike Ziegler das Geschäft sowieso Ende Juli schließen wollte, habe sich eine erneute Öffnung nach dem Lockdown für wenige Wochen nicht gelohnt, schreibt sie ebenfalls auf einem Plakat. Sie möchte weiter über einen Onlineshop mit persönlicher Auslieferung für ihre Kundinnen da sein.

In der Weihnachtszeit eröffnete Kirsten Kleinholz ihr Geschäft "Kikis Köstlichkeiten" mit Käse, Oliven und Co. sowie schönen Dingen für den Haushalt im früheren Blumengeschäft am Staufener Marktplatz. Sie ist außerdem mit sechs Marktständen in Südbaden unterwegs. Da sie von vorneherein defensiv kalkuliert hat, konnte sie die coronabedingte Schließung bisher wegstecken. Nach einer umfangreichen Sanierung ist am 11. Juni der "Wohlfühlladen" in das frühere Kindermodengeschäft an der Mühlengasse eingezogen. Inhaberin Margit Werner hat die Räume komplett neu gestaltet und alte Deckenbalken und Backsteinwände offen gelegt. Sie hat ihr vorheriges Geschäft mit dem gleichen Namen, das sie fast zehn Jahre in Badenweiler betrieb, nach Staufen verlegt. Zum Wohlfühlen gibt es Artikel für alle Sinne, von Likören und Schnäpsen über Kuscheldecken, Filz-Pantoffeln, Seidenkleidern und -schals bis zu Heimtextilien und Bio-Socken.

Immer noch zu mieten sind die Räume des früheren Wäschegeschäfts Eden in der Straße "Auf dem Graben". Zwei Häuser weiter hat Lisa Böhnisch ihren Fellshop. Bislang teilte sie die Räume mit Nina Trautmanns Unternehmen "Schönsitzen". Nina Trautmann beschränkt sich nunmehr auf das Onlinegeschäft. Der Fellshop hat nachmittags geöffnet. Neu im Sortiment sind Stoffe. Äußerlich und innerlich wenig verändert ist das Staufener Käslädele in der Struvepassage. Peter Denig hat es aus Altergründen verkauft, an Giovanni Bevilacqua, den Inhaber des Ristorante Pizzeria Vista al Castello. Seit dem 15. Juli bietet das Käslädele neben dem bisherigen beliebten Sortiment auch Käse, Wein und andere Spezialitäten aus Bevilacquas Heimat Kalabrien an. Auch die Märkte werden wie bisher weitergeführt, sagt Mitarbeiterin Birgit Bergander, die schon seit einigen Jahren im Käslädele arbeitet.

Während im Staufener Wiilädele in der Hauptstraße mit dem Weingut Dr. Heger aus Ihringen ein neuer Inhaber eingestiegen ist, steht das frühere Geschäft "Götterwolle" nebenan weiterhin leer. Der Besitzer der Immobilie lebe in der Schweiz, es sei schwierig mit ihm in Kontakt zu kommen, sagt Wolfgang Dorst, der Vorsitzende des Gewerbevereins Staufen. In viele der Veränderungen sei er als Gewerbevereinsvorsitzender einbezogen und stehe in gutem Kontakt, sagt er. Wichtig ist dem Gewerbeverein, dass es in Staufen weiterhin inhabergeführte Läden mit einem insgesamt möglichst breiten Sortiment gibt. Eine ausschließlich durch die Corona-Pandemie bedingte Schließung eines Geschäfts in Staufen gebe es bislang nicht, so Dorst: "Wir sind im Gegenteil bis jetzt gut durch die Krise gekommen. Die Inhaber der Geschäfte und der Gastronomie sind zufrieden mit der Situation. Es sind viele Touristen im Städtle. Wir tun ja auch alles, damit die Gäste sich hier bei uns wohlfühlen und geben ihnen Sicherheit." Allein 60 Liter Desinfektionsmittel seien bislang über die in der Innenstadt aufgestellten Spender verteilt worden. Die Erweiterung der Außenflächen für die Gastronomie sei ein weiterer wichtiger Schritt gewesen. "Natürlich wird es spannend, was noch kommt. Aber wir sind insgesamt zuversichtlich und ich gehe davon aus, dass wir bei den Leerständen wieder attraktive Läden bekommen", so Dorst. Die anstehenden Feste müssen vermutlich – wie bisher – eins nach dem anderen abgesagt werden, das bedauert der Gewerbeverein sehr. Ob der Weihnachtsmarkt stattfinden kann, ist noch nicht abzusehen. "Es wird aber auf jeden Fall wieder Weihnachtsgeld geben und eine weihnachtlich geschmückte Altstadt. Die Tannenbäume sind bereits bestellt", sagt Wolfgang Dorst.