Basketball

BG Ettenheim: Hoffen auf den Neuanfang

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mi, 14. Oktober 2020 um 22:00 Uhr

Basketball

Die Basketballerinnen der BG Ettenheim mussten sich aus der Oberliga zurückziehen. Mit Corona hat dies nichts zu tun.

. Im Tableau der Basketball-Oberliga der Frauen finden sich in dieser Saison sieben Vereine, eigentlich wären es acht. Der Name einer Mannschaft ist mittlerweile gestrichen: jener der Basketball-Gemeinschaft Ettenheim (BGE). Noch in der vergangenen Runde, die Mitte März wegen der Pandemie abgebrochen wurde, hatten die Ettenheimerinnen dort eine ausgezeichnete Rolle gespielt und sich auf dem siebten Rang behauptet.

Mit Corona hat diese Entwicklung bei der BGE nichts zu tun, vielmehr mit einem Mangel an Personal. "Wir hatten leider zu wenige Spielerinen zur Verfügung gehabt, deshalb mussten wir uns zurückziehen", erklärt der 38-jährige Trainer Michael Reber. "Es war in dieser Hinsicht auch in den vergangenen Jahren immer schon recht knapp." Zwei Spielerinnen seien aus beruflichen Gründen weggezogen, so der Coach, außerdem habe es Schwangerschaften gegeben. Alina Schneider, Leonie Schneider, Stefanie Haimerl, Lena Tilebein, Regina Hessemann und Rosanna Maier stehen nicht mehr zur Verfügung. So zählte das Team nur noch fünf Köpfe. Dieser Rückzug ist besonders schade, weil das Ettenheimer Team eine sehr gute sportliche Entwicklung genommen hat. Vor der Saison 2018/19 hatte es dank einer Wildcard den Zugang zu Oberliga erhalten und diese danach mit guten Auftritten gerechtfertigt. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs im März dieses Jahres hatte das ballwerfende Ensemble eine Bilanz von neun Siegen und acht Niederlagen aufzuweisen und fand sich auf dem siebten Platz mit sicherem Abstand zur Abstiegszone in der zwölf Teams zählenden Spielklasse. "Wir standen gut da, wir haben es geschafft, die besten drei Mannschaften der Oberliga jeweils einmal zu schlagen", so Reber.

Die BGE stellte mit Alina Schneider die Topscorerin der Liga, welche pro Partie im Schnitt 25,2 Punkte erzielte, mit Carolin Welle (15,3 Punkte/Spiel) hatten die Ettenheimerinnen auch die drittbeste Scorerin in ihren Reihen. Eine wichtige Rolle spielte auch Kristin Fuchs, die schon seit 2005 das Trikot der BGE trägt und als Aufbauspielerinen die Fäden zog. Die 30-Jährige steuerte zudem 5,3 Punkte pro Partie bei.

Jene verbliebenen fünf Spielerinnen mit Kräften aus dem eigenen Nachwuchs zu ergänzen, war nicht möglich. "Wir leisten in der Jugendabteilung intensive Aufbauarbeit", so Reber. "Wir haben derzeit zahlreiche Kinder und Jugendliche im Verein, aber er dauert noch ein paar Jahre, bis diese den Schritt machen und den Spielerkader bei den Frauen ergänzen können." Reber trainiert die verbliebende Gruppe weiterhin, auch wenn diese nicht am Oberligaspielbetrieb teilnimmt. Aus gutem Grund: "Wenn wir Zugänge von außen bekommen, soll es eine Anlaufstation geben. Wir hoffen, dass vielleicht Spielerinnen aus dem Referendariat und Schwangerschaft vielleicht wieder zurückkommen. Dann nehmen wir wieder an der der Runde teil."

Der Neuanfang müsste dann aber nach aktuellem Sachstand zwei Etagen tiefer in der Landesliga stattfinden. Reber und seinen Spielerinnen sind grundsätzlich bereit.