Wissenschaft

Homo Hochstapler: Der leidenschaftliche Lügner

Margit Mertens

Von Margit Mertens

Sa, 16. Februar 2013 um 00:05 Uhr

Bildung & Wissen

Wie oft Menschen im Schnitt jeden Tag schwindeln, weiß keiner so genau. Aber meistens kommen sie damit durch. Diese Leidenschaft für die Lüge macht die Wissenschaft neugierig.

Lügen lohnt sich, soviel steht fest. Wissenschaftliche Versuche zeigen, dass im Schnitt kaum mehr als die Hälfte der Lügen durchschaut werden. Das übertrifft nur geringfügig die statistische Wahrscheinlichkeit, richtig zu raten. Wie oft Menschen die Unwahrheit sagen, liegt deshalb weitgehend im Dunkeln. Laut der US-Psychologin Anita Kelly von der Universität Notre Dame lügen Amerikaner im Schnitt elfmal pro Woche, der Wiener Soziologe und Lügenforscher Peter Stiegnitz spricht von bis zu 200-mal am Tag. Diese Diskrepanz hängt sicherlich mit Definition und Umständen zusammen. Und mit den vielen unterschiedlichen Motiven, die unsereins zum Lügen verleiten.

Inwieweit ein eigener geldwerter Vorteil zum Schummeln verführt, wollte der Bonner Wirtschaftsforscher Armin Falk wissen. "In allen Weltreligionen und Moralsystemen hat Ehrlichkeit einen sehr hohen Stellenwert", sagt Falk. "Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass Menschen zur Lüge neigen, wenn es sich lohnt." Das erstaunliche Ergebnis seiner vor kurzem veröffentlichten Studie: Die Deutschen sind ehrlicher als vermutet – zumindest zu Hause.

Für seine Untersuchung ließ Falk 700 zufällig ausgewählte Personen anrufen, die am Telefon eine Münze werfen sollten. Vorher erfuhren sie, dass sie bei dem Wurfergebnis "Zahl" 15 Euro erhalten würden, bei "Kopf" nichts. Damit war die Versuchung ziemlich groß, völlig unbeobachtet zu mogeln. Umso erstaunlicher das Resultat: Nur 44 Prozent ...

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