Was erhöht die Feinstaubmenge im Klassenzimmer?

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Mi, 27. März 2019

Bildung & Wissen

Die Emmendingerin Antonia Münchenbach nimmt in dieser Woche am Landesentscheid von "Jugend forscht" teil.

EMMENDINGEN. Feinstaub ist ein Thema, das elektrisiert. Vor allem, wenn es um die Feinstaubbelastung des Autoverkehrs geht. Die 17-jährige Emmendingerin Antonia Münchenbach wollte jedoch mehr wissen und untersuchte die Feinstaubbelastung ihrer Schulräume im St. Ursula-Gymnasium in Freiburg. Ein Projekt, mit dem die Regionalsiegerin bei "Jugend forscht" nun in dieser Woche beim Landeswettbewerb in Fellbach bei Stuttgart antritt.

Jugend forscht – die im Titel des Wettbewerbs implizierte Aufforderung, sich die Welt genauer anzuschauen, nimmt Antonia Münchenbach wörtlich, seit sie die fünfte Klasse besucht. "Mit dem Gymnasium, mit dem ersten naturwissenschaftlichen Unterricht, war meine Forscherlust geweckt", berichtet sie. Seither hat sie Jahr für Jahr an unterschiedlichsten Projekten gearbeitet und auf regionaler und auf Landesebene vorderste Plätze belegt. Immer wieder vom Reiz getrieben, neue Dinge zu erforschen, zu entdecken, sich in neue Fachgebiete einzuarbeiten und sehr viel dazuzulernen. "Zudem lernt man bei solchen Wettbewerben auch immer interessante Menschen kennen", sagt sie.

Immer dicht dran an ihrer Lebenswelt waren die Themen, mit denen sie sich befasste. "Wir hatten eine Kartoffelkäferplage im Garten", erzählt sie von ihrem ersten Forschungsprojekt als Fünft- und Sechstklässlerin. Als Siegerin erreichte die damals Zehnjährige schon den Landeswettbewerb von "Schüler experimentieren". Hochwasser, Radierstifte, Astronomie und sogenannte mathematische Folgen – die Themenvielfalt der folgenden Jahre verdeutlicht das breite Interessenspektrum, das in ihrer Familie auf Resonanz stieß. Ihr Vater Carsten Münchenbach Abteilungsleiter für Naturwissenschaften an den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE), habe sie immer unterstützt, sagte Antonia Münchenbach.

"Autoverkehr, Kerzen, Kochen, Holzöfen – überall wird Feinstaub freigesetzt." Für die Nachwuchsforscherin lag das aktuelle Themenfeld förmlich in der Luft. Vor zwei Jahren begann sie mit Messungen, unter anderem beim Abriss eines Gebäudes und an der Bahnlinie. Dann nahm sie sich die Klassenzimmer vor.

Kleine Boxen als Messstationen wurden im 3D-Drucker gefertigt und mit Sensoren bestückt. Neben dem Feinstaubgehalt der Luft, ermittelt über Laser, wurden auch Luftfeuchte, Temperatur und Kohlendioxidgehalt gemessen. "Bis zu 48 dieser Messstationen wurden dann in einem Klassenzimmer verteilt, denn ich wollte auch wissen, wie sich der Feinstaub im Raum verteilt", sagt Münchenbach. So erhielt sie eine dreidimensionale Analyse und stellte fest: "Abhängig davon, ob die Tafel trocken oder nass geputzt und wie das Klassenzimmer gelüftet wird, ist die Belastung durch Feinstaub." Dass zudem die Kohlendioxidkonzentration in einem Raum mit vielen Menschen schnell steigt, hat sie nicht wirklich überrascht. Die Gefährlichkeit des Kreidestaubs habe sie aber nicht genauer untersucht. "Das hängt sicher auch davon ab, welche Kreide benutzt wird", sagt Antonia Münchenbach.

Mit Gelassenheit geht die 17-Jährige nun den Landeswettbewerb an. "Eine gute Platzierung, eventuell die Teilnahme am Bundeswettbewerb, wäre eine schöne Belohnung", sagt sie. Sie wolle sich jedoch keinen Druck machen. Darüber hinaus steht für sie, die auch noch Cello im Schulorchester spielt und sich als Ministrantin in der Jugendarbeit engagiert, das Abitur bevor. Danach will sie "weg vom Lernbetrieb", ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren und die große weite Welt kennenlernen. Helfen wird ihr dabei sicher ihr Entdecker-Gen. Das braucht sie dann auch beim − "bis jetzt noch" − geplanten anschließenden Studium der Ingenieurwissenschaften.