Brian Chartrand – authentisch, ehrlich und gefühlvoll

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Mi, 24. November 2021

Laufenburg

Das amerikanische Folkrock-Trio hat im Laufenburger Rehmann-Museum Station gemacht und bot eine Musik zum Genießen und Wohlfühlen.

. Am zweitletzten Abend seiner Europatournee machte das amerikanische Folkrock-Trio um den Sänger und Gitarristen Brian Chartrand Station im schweizerischen Laufenburg. Auf Einladung der grenzüberschreitenden Kulturkommission Die Brücke brachten der Singer-Songwriter aus Arizona und seine Mitmusiker Alex Miller und Jeff Vallone authentischen Westcoast-Sound ins Rehmann-Museum.

Chartrand habe Laufenburg ins Herz geschlossen, freute sich Renata Vogt von der "Brücke", denn der US-Liedermacher kam bereits zum vierten Mal in die Stadt, stand zuvor schon im Schlössle und in der Pfarrscheuer Luttingen auf der Bühne. Besonders schön fand Vogt, dass die "drei netten Kerle" dieses Mal im besonderen Ambiente des Rehmann-Museums spielten, umgeben von Skulpturen von Erwin Rehmann. Mit diesem gut besuchten Konzert knüpfte die Brücke an die frühere Zusammenarbeit mit dem Museum an.

Seit vier Wochen seien sie auf Tour durch Deutschland, die Niederlande, Österreich und die Schweiz, bevor sie in die USA zurückfliegen, sagte Chartrand, der ausgezeichnet Deutsch spricht und die Zuhörer mit humorvollen Geschichten über das Unterwegssein als Musiker unterhielt und einiges zu seinen Songs erzählte. Normalerweise seien sie am Ende einer Tour froh, wieder nach Hause zu kommen, wieder im eigenen Bett zu schlafen. Doch nach zwei Jahren Corona-Zwangspause hätten sie dieses Gefühl nicht, "ich würde lieber noch hier bleiben". So sehr haben er und seine Musiker das Tourleben vermisst.

Mit seiner warmem, etwas angerauten, kernigen Stimme und dem schnörkellosen, geradlinigen Gitarrensound kam der Singer-Songwriter authentisch, ehrlich, gefühlvoll und pur rüber. An der Seite hatte er den coolen New Yorker Gitarristen Alex Miller und Jeff Vallone an der Cajon, der unaufgeregt für das perkussive Rhythmusgefühl sorgte.

Typisch war auch der dreistimmige Harmoniegesang in diesem Trio, das mit seiner erfrischenden Mischung aus Folkrock und Westküsten-Stil das Publikum überzeugte.

In Songs wie "Better ways to spend the Day", "Howling Wolf" oder "Farther away" hörte man, wie hervorragend der charismatische Sänger mit seinen Mitmusikern harmoniert und einen individuellen Stil innerhalb des amerikanischen Folk-Rock ausprägt. Entspannt klang der Sound in dem Song "Looking for", der das Lebensgefühl bei einem Tag mit der Familie am Strand einfängt: eine Musik zum Genießen und Wohlfühlen, genau das, was man in diesen Zeiten braucht.

Auch viel Autobiografisches lässt der Folkbarde aus Phoenix in seine Songs einfließen. Eine pittoreske Landschaft in Deutschland mit einer Burgruine auf einem Berg haben den Singer-Songwriter zu dem Stück "Crumble" angeregt. Neben rhythmisch eingängigen Nummern im Westküsten-Stil hatten Chartrand und seine Mitmusiker auch melancholische, ruhigere, nachdenkliche Songs mitgebracht, darunter "When we were young" ein wehmütiger Song über das Älterwerden, das Zurückblicken auf die Jugend und die sehr schnell verfliegende Zeit.

Mit "Moving in slow motion" und zwei Zugaben verabschiedeten sich der leidenschaftliche US-Musiker und seine Formation, verbunden mit einem herzlichen "Thank you" an die Besucher, die die Live-Musiker in schwierigen Zeiten unterstützen.