Briten sehen sich in der Urlaubsfalle

Peter Nonnenmacher

Von Peter Nonnenmacher

Di, 28. Juli 2020

Ausland

Rückkehrer in Quarantäne.

. In Großbritannien hat die überraschend verfügte Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus dem Spanien-Urlaub zu heftigen Reaktionen geführt. Hunderttausende Briten versuchten am Montag, Flüge und Hotelreservierungen zu stornieren – nicht nur für geplante Sommerferien in Spanien, sondern auch in Italien, Griechenland, Frankreich und anderswo in Europa.   Außenminister Dominic Raab hatte am Sonntag erklärt, er könne "keine Garantie" geben, dass nicht noch andere Länder auf die Quarantäne-Liste kämen. Leider gebe es "ein Element der Ungewissheit in diesem Sommer".

Gesundheitsstaatssekretärin Helen Whately fügte am Montag hinzu, man dürfe "nicht vergessen, dass wir uns noch immer in einer globalen Pandemie befinden". Gefragt, ob sich auch Rückreisende aus Ländern wie Deutschland plötzlich zu 14 Tagen Quarantäne in Großbritannien verpflichtet sehen könnten, meinte Whately, die Quarantäne-Frage für Ankömmlinge aus einzelnen Länder werde in London "kontinuierlich geprüft".

Die Nachricht kam völlig unerwartet

Die neue Quarantäne-Pflicht kam für 600 000 Briten, die derzeit in Spanien Urlaub machen, und für doppelt so viele ihrer Landsleute, die Reisen dorthin für den Rest des Sommers gebucht haben, völlig unerwartet. Die Maßnahme wurde am Samstag sechs Stunden vor Inkrafttreten verkündet.   Sie hat zur Folge, dass alle Rückkehrer vom Spanien-Urlaub seit Sonntag verpflicht sind, sich zwei Wochen lang daheim abzuschotten.

Viele Briten versuchten eilends, bereits organisierte Reisen für August zu stornieren. Zusätzliche Aufregung verursachten einzelne Fluggesellschaften und Reiseunternehmen mit der Weigerung, eine Verschiebung oder Stornierung gebuchter Trips ohne Aufpreis zuzulassen. Ankömmlinge aus Spanien in Flughäfen wie Heathrow Airport oder Gatwick klagten am Montag, nun müssten sie eine kurze Woche Urlaub mit zwei Wochen Quarantäne und womöglich mit Lohnausfall "bezahlen". Anspruch auf Arbeit von zu Hause oder auf staatliche Unterstützung nach dem Urlaub gibt es nicht.

Die Labour-Opposition nannte den Regierungskurs "vollkommen chaotisch". Klagen kamen auch von Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und Flughäfen. Scharfe Proteste wurden auch in Spanien laut, wo viele Urlaubsorte auf britische Touristen angewiesen sind.