Bürokratie geht vor Fürsorge gegenüber Schülern

Renate Kiefer

Von Renate Kiefer (Freiburg)

Sa, 23. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Corona-Krise am Deutsch-Französischen Gymnasium", Beitrag von Stephanie Streif (Politik, 13. Mai)
Machtgehabe und Bürokratie gehen vor Fürsorge und Verständnis gegenüber Eltern und Schülerinnen. Jüngstes Beispiel der baden-württembergischen Kultusministerin, die schon mehrfach durch bürokratische, formalistische Entscheidungen in Erscheinung getreten ist: Die Abiturprüfungen am DFG finden statt auf Biegen oder Brechen und entgegen einer Entscheidung der französischen Verwaltung.

Gerade jetzt, wo es gilt, die wunderbare deutsch-französische Freundschaft, die wir in diesen Tagen des Gedenkens an das Kriegsende wieder als große Errungenschaft empfinden müssen, derartig zu unterlaufen, um der Form zu genügen, ist unverantwortlich. Dabei könnte ein positiver Effekt von Corona eine Besinnung auf menschliche Werte, auf soziales Miteinander und gegenseitige Rücksicht sein. Aber solche Gedanken scheinen der Ministerin fremd zu sein. Ohnehin kommt durch das unterschiedliche Verhalten der Bundesländer im Umgang mit der Krise das Problem des Föderalismus in der Bildungspolitik wieder in den Fokus. Und der kürzlich unternommene Versuch einer bundesweiten Schuldiskussion mit dem Ziel von Durchschaubarkeit und Vereinheitlichung könnte wieder aktuell werden. Aber Frau Eisenmann (CDU) bleibt eisern. Renate Kiefer, Freiburg