Basketball

Chefcoach und Co-Trainerin verlassen USC Freiburg

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Di, 06. April 2021 um 16:41 Uhr

USC Eisvögel

Nach dem Ausscheiden der Basketballerinnen des USC Freiburg bei den Playoffs verlassen nun zwei Trainerinnen den Verein. Nach BZ-Informationen gab es Spannungen mit der Mannschaft.

Chefcoach Isabel Fernandez und Co-Trainerin Hanna Ballhaus werden in der kommenden Saison nicht mehr Übungsleiter sein bei den Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg. Das ließ der Verein am Dienstagnachmittag per Pressemitteilung verlauten. Das Team der Eisvögel war am Karsamstag nach einer Niederlage gegen Herne im Viertelfinale der Playoffs ausgeschieden. Nach BZ-Informationen hatte es zuvor einige Spannungen gegeben, vor allem zwischen Fernandez und Teilen des Teams. Wer neuer Trainer oder neue Trainerin der USC-Frauen wird, ist noch offen.

Dass das Trainerinnen-Duo, das auch privat zusammen ist, nach drei Jahren (Ballhaus) beziehungsweise zwei Jahren (Fernandez) Freiburg verlässt, gilt auf den ersten Blick als Überraschung. Schließlich war es das Konzept der Eisvögel gewesen, das es den beiden Übungsleiterinnen angetan hatte: in der ersten Bundesliga mitmischen zu wollen, obwohl drei Viertel des Kaders aus deutschen Spielerinnen besteht, die der Verein oft über mehrere Jahre selbst ausgebildet hat. "Hanna und Isabel haben in ihrer Zeit in Freiburg in unserem Programm wichtige Entwicklungen angestoßen, die wir weiterführen und von denen wir noch Jahre profitieren werden. Beiden sagen wir ein aufrichtiges Dankeschön für die geleistete Arbeit", so Harald Janson, Sportlicher Leiter der Eisvögel.

Gegenseitiges Verteilen von Lob

Beide Trainerinnen suchen indes nach neuen Herausforderungen. "Ich habe mich hier in Freiburg in den vergangenen drei Jahren immer sehr wohl gefühlt und gehe mit vielen positiven Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Ich freue mich nun aber auf neue Perspektiven. Vor allem Harald Janson danke ich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünsche dem Verein alles Gute für die Zukunft und vor allem den Mut und die Ausdauer, den eingeschlagen Weg weiter zu gehen", sagt Hanna Ballhaus (39), die in den ersten beiden Freiburg-Jahren Cheftrainerin der Bundesliga-Mannschaft war und in der Runde 2020/21 als Co-Trainerin der ersten Mannschaft sowie als Koordinatorin der Nachwuchsteams gewirkt hat.

Isabel Fernandez war dann im Sommer 2019 aus Spanien nach Freiburg gekommen, erst als Co- und Nachwuchstrainerin, in der nun gerade für die Eisvögel beendeten Spielzeit als Cheftrainerin. "Für mich waren die Eisvögel die erste Profistation außerhalb Spaniens und ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich hier sammeln durfte. Dem Verein wünsche ich für die Zukunft alles Gute und danke all den Menschen im Verein, die Vertrauen in den Prozess hatten", teilt die 48-Jährige mit.

Seit dem Wiederaufstieg hatten die Eisvögel unter Ballhaus und Fernandez jeweils die Playoffs der besten acht Teams der Bundesliga mit ihren zwölf Vereinen erreicht. In der Runde 2019/20 konnten die K.o.-Spiele aber wegen der damals Fahrt aufnehmenden Corona-Krise nicht ausgespielt werden.

Manchmal zu viel Input für die Spielerinnen

Vergangene Saison, als Ballhaus noch Cheftrainerin war und Fernandez ihre Assistentin, wirkten die Eisvögel-Spielerinnen manchmal überfordert, weil zu viel Input auf sie einströmte. In der Spielzeit 2020/21, in der die beiden Trainerinnen ihre Rollen getauscht haben, war das anders. Ballhaus hielt sich sehr zurück, gab wenige Anweisungen. Deshalb – und weil bis auf den Rundenstart – aufgrund der Corona-Pandemie gar keine Zuschauer in den Basketballhallen sein durften, fiel Fernandez’ emotionale Art sehr auf.

Für Außenstehende wirkte das manchmal befremdlich: Wenn eine Akteurin auf dem Spielfeld einen Fehler machte und die spanische Trainerin sich Richtung Auswechselbank orientierte, um gestenreich den auf der Bank sitzenden Akteurinnen zu erklären, was die Mitspielerin auf dem Parkett hätte besser machen müssen. Die Frage darf gestellt werden: Ist diese Art des Coachings für ein Team geeignet, das das jüngste der Liga ist und in dem bis auf drei ausländische Profis nur Studentinnen und Schülerinnen spielen, die man maximal als Halbprofis bezeichnen kann?

Auf der anderen Seite gibt es Spielerinnen, die Fernandez’ Akribie und ihre taktischen Winkelzüge loben, weil sie zum Beispiel ungewöhnliche defensive Systeme üben ließ. Die Pandemie sorgte schließlich dafür, dass die Eisvögel in dieser Saison nicht den Teamgeist entwickeln konnten, für den sie bekannt sind – aber trotzdem in die Playoffs kamen. "Es gab nur Training und Spiel, aber nichts Geselliges", sagt der Sportliche Leiter Harald Janson. Das Kennenlernen von Studenten, Eisvögel-Fans und der Stadt Freiburg, es fiel flach. Besonders für die neuen Spielerinnen beschränkte sich die Saison 2020/21 auf Training, Spiel und In-der-Wohnung-bleiben.

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