Glosse

Cokowa – was? Die neue Art, mit Freunden nicht zu feiern

Ronja Vattes

Von Ronja Vattes

Fr, 23. Oktober 2020 um 21:01 Uhr

Kolumnen (Sonstige)

Kein Wein, kein leckeres Schmausen, kein Plaudern bis tief in die Nacht. Stattdessen treffen sich Freundesgruppen jetzt zum gemeinsamen Cokowa. Was es damit auf sich hat:

Statt mit den Freunden bei leckerem Essen und gutem Wein bis tief in die Nacht zusammen zu sitzen, zu plaudern, zu lachen, stehen wir frierend um 10.30 Uhr an einem Sonntag am Bahnhof Gundelfingen zum gemeinsamen Cokowa – coronakonformen Wandern. Keine Umarmung, kein Schmatz, brav halten wir Abstand, nicken uns lächelnd zu, um uns wenigstens für ein paar Stunden auf andere Art nahe zu sein.
Windjacken an, Mützen auf, Rucksack auf den Rücken. Kaum sind wir losgelaufen, raschelt das Herbstlaub unter unseren Wanderschuhen. Bucheckern und Eicheln knacken, bald übertönt von unserem dann doch munteren Plaudern.
Die Gespräche drehen sich um Arbeit und Kinder, um Frust und Freuden – und auch um das böse C-Wort. Corona. Kommste eben auch bei einer Auszeit nicht dran vorbei.

Cokowa, Cokoma, Cokohuga – alles klar...?

Vier Stunden und 16 Kilometer lang streifen wir durch bunte Wälder und feuchte Wiesen, zwischendurch hinauf zum Rosskopf. Wo es nur so wimmelt. Cokowas wie wir. Cokomo-Gruppen, die sich per Mountainbike hinaufgeschraubt haben. Cokohuga-Menschen, die mit ihren Hunden Gassi gehen. Und einige Hihi-Hahas, die trotz Corona feiern. Nee, bevor wir noch ganz Coko-Gaga werden, ziehen wir lieber weiter, dies kostbare kleine Glück einer gemeinsamen Wanderung genießen. Wer weiß, wie lange es so noch möglich ist.