Südbaden

Welchen Stellenwert das Smartphone für Jugendliche hat

Stephanie Streif

Von Stephanie Streif

Sa, 26. März 2016 um 00:00 Uhr

Computer & Medien

Chatten, Surfen, Zocken: Das Smartphone gehört heute einfach dazu. So richtig wohl fühlen sich Jugendliche aber auch nicht damit. Denn man habe ständig den Drang, etwas damit zu machen.

Vorne neben der Tafel hängt ein weiß lackiertes Holzregal. Darin stehen hinter Plexiglas Smartphones. Viele schwarze, viele graue, dazwischen auch mal ein rosafarbenes. "Das nervt", sagt David, als er sein Smartphone vor Unterrichtsbeginn ins Regal stellt. Der Mitschüler neben ihm nickt. Aber die Handy-Garage sei allemal besser, als das Smartphone vormittags gar nicht mehr in die Hand nehmen zu dürfen. So wie es an vielen anderen Schulen üblich ist.

An diesem Morgen sind in der Neunten des Freiburger Walter-Eucken-Gymnasiums die Finger oben. Die Schüler wollen mitreden, erzählen, wie sie mit Smartphones leben. Lucy berichtet, dass sie es zum Aufwachen braucht. Ohne gehe echt nicht. Also greift sie morgens noch aus der Horizontalen nach ihrem Smartphone und checkt erst einmal alle eingegangenen Nachrichten ihrer Freundinnen. Zehn Minuten mindestens. Ihre Mitschülerin Frauke braucht länger, eine halbe, dreiviertel Stunde. Auch nachmittags ist Frauke viel am Handy, Youtube, Whatsapp, Snapchat, all das braucht Zeit. Alexandre hingegen zockt eher Spielchen oder hört einfach nur Musik, vor allem wenn er mit dem Zug unterwegs ist. Ein Leben ohne? "Nee", sagt Marie. "Das Smartphone ist wie ein Tagebuch, da steckt alles drin. Es ist sehr privat."

Was natürlich nicht heißt, dass alles, was damit gemacht wird, geheim ist. Im Gegenteil: Das Fenster zur Welt ist schnell geöffnet – und schon stehen Narges neue Schuhe auf Snapchat. "Mir doch egal, wenn die Welt weiß, wie meine neuen Schuhe aussehen", sagt sie. In dem Post gebe sie schließlich nichts von ihrem Charakter preis. Keiner der Neuntklässler kann sich vorstellen, auf sein Smartphone zu verzichten. Sie finden es aber nicht nur gut. Das klingt an diesem Vormittag ebenfalls an, zum Beispiel als Leonie erzählt, dass sie sich manchmal so leer fühle, wenn sie zu lange am Smartphone sei.

"Was, du kannst noch nicht mal Whatsapp?"
Wer heute als Fünftklässler immer noch mit einem alten Tastenhandy ankommt, für den gehören Sprüche wie "Was, du kannst noch ...

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