CORONA-SPLITTER

AFP

Von AFP

Sa, 21. März 2020

Ausland

USA

Kalifornien macht dicht

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat eine allgemeine Ausgangssperre für seine Einwohner verhängt, von der nur wenige Ausnahmen gelten wie Einkaufen gehen und das Ausüben "essentieller" Berufe und Dienstleistungen. Die Sperre sollte ab Donnerstagabend (Ortszeit) gelten, wie Gouverneur Gavin Newsom sagte. Ein Enddatum für die Maßnahme gibt es nicht. Kalifornien ist mit 39 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA. US-Präsident Donald Trump sagte derweil das für Juni geplante Gipfeltreffen der G-7-Staatengruppe in Camp David ab.

POLEN

Grenzstau aufgelöst

Die Staus an der deutsch-polnischen Grenze haben sich vorerst aufgelöst. Auf der Autobahn 4 zwischen Dresden und Görlitz seien alle Auf- und Abfahrten frei, teilte die Polizei in Görlitz am Freitag mit. Auch die Polizei in Frankfurt an der Oder teilte mit, der Verkehr auf den Autobahnen 11 und 12 in Richtung Polen laufe wieder reibungslos. Am Donnerstagabend hatten die polnischen Behörden die Grenzkontrollen für den gewerblichen Güterverkehr wieder ausgesetzt. Lastwagen werden demnach nicht mehr kontrolliert, Autos, Busse und Kleintransporter hingegen weiterhin. Am Mittwoch war der Stau, der sich aufgrund der Grenzkontrollen wegen der Coronakrise gebildet hatte, in Sachsen noch rund 60 Kilometer lang gewesen.

SCHWEDEN

Feiern und kaum Tests

Feuchtfröhliche Apres-Ski-Partys, in den Metropolen geöffnete Bars, offene Fitnessstudios und Geschäfte, Grundschulen und Kindergärten – Schweden geht in der Bekämpfung des Coronavirus einen anderen Weg als andere Länder. Die einzige Empfehlung: Bleib zuhause, wenn du dich leicht krank fühlst! Kaum jemand wird getestet. Bislang sind nach amtlichen Angaben elf Menschen gestorben, mehr als 1400 sollen infiziert sein. Die Strategie des Elf-Millionen-Landes ist umstritten. Allerdings ist Schwedens privater und staatlicher Sektor viel digitalisierter als der im deutschsprachigen Raum, vieles funktioniert ohne zwischenmenschlichen Kontakt. So haben es die Hochschul- und Gymnasiallehrer landesweit in lediglich zwei Tagen geschafft, den gesamten Unterricht digital umzustellen, auch andere Behörden und Einrichtungen bearbeiten Anliegen der Bürger weiterhin schnell und elektronisch. FRANKREICH

Hilfe von Drohnen

In Frankreich sind alle Mittelmeerstrände und viele Uferpromenaden geschlossen worden, um Menschenansammlungen zu vermeiden. In Nizza riefen die Behörden die Menschen mit Hilfe einer Lautsprecher-bestückten Drohne auf, zu Hause zu bleiben. Staatschef Emmanuel Macron hatte zuvor eindringlich zur Disziplin ermahnt. Die Regierung bereitet nun eine Verlängerung der Ausgangssperre und andere verschärfte Maßnahmen vor. Das Parlament wollte am Freitag ein Gesetz zur Ausrufung des "Gesundheitsnotstandes" billigen. Dies soll der Regierung umfassende Sondervollmachten geben. GRIECHENLAND

Keine Fähren zu Inseln

Die griechische Regierung hat verfügt, dass der Fährverkehr zu den Inseln eingeschränkt wird. Das gilt ab Samstagmorgen um 6 Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ). Nur Abreisen von den Inseln zum Festland sind erlaubt. Ab Montag sollen auch fast alle Hotels schließen.

IRAN

Zahl der Toten steigt

Der Iran hat 149 weitere Corona-Tote gemeldet. Die offizielle Bilanz in dem schwer betroffenen Land stieg damit auf 1433 Tote, wie Vize-Gesundheitsminister Aliresa Raissi am Freitag mitteilte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen sei auf 19 644 gestiegen. Am Freitag beging der Iran das Neujahrsfest Newroz; nicht alle Bürger hielten sich an die Regel, nicht zu reisen.

VATIKAN

Ostern bleibt

Der Vatikan hält am Osterfest zum vorgesehenen Datum am 12. April fest. Das entschied die zuständige Gottesdienstkongregation in einem am Freitag erlassenen Dekret. Zur Begründung hieß es, Ostern bilde das Herz des liturgischen Jahres und könne nicht verschoben werden. Wo Versammlungsbeschränkungen in Kraft seien, könnten Bischöfe und Priester die Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostern "ohne physische Teilnahme von Gläubigen" feiern.

GROSSBRITANNIEN I

Jetzt ist der Pub doch zu

Nach langem Zögern hat die britische Regierung am Freitag die Schließung von Restaurants, Pubs, Cafés, Kinos und Theatern von Mitternacht an angeordnet. Die Schulen sind seit Freitag geschlossen. Der Bahn- und Busverkehr wird reduziert. Eine Ausgangssperre schließt Premier Boris Johnson bislang aus. Zehntausende ehemalige Ärzte und Pflegekräfte wurden aufgefordert, aus dem Ruhestand zurückzukehren. Laut dem nationalen Gesundheitsdienst gibt es im Land nur 4100 Intensivbetten. In Deutschland sind es 28 000.

GROSSBRITANNIEN II

Kein Wachwechsel

Der berühmte Wachwechsel der königlichen Gardesoldaten an mehreren Residenzen der britischen Königin Elizabeth II. wird bis auf Weiteres ausgesetzt. Das teilte der Palast am Freitag mit. Die Queen (93) hatte sich am Donnerstag mit ihrem Mann Prinz Philip (98) nach Schloss Windsor zurückgezogen.