Millionenverluste im Badeparadies

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Do, 31. Dezember 2020

Titisee-Neustadt

Statt das zehnte Jahr des Bestehens zu feiern, muss die Freizeiteinrichtung mit den Folgen der Schließung zurechtkommen.

"Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt": Jochen Brugger hatte sich das Jahr 2020 ganz anders vorgestellt. Statt im großen Rahmen das zehnjährige Bestehen des Badeparadieses Schwarzwald in Titisee feiern zu können, waren alle Angebote mehr als fünf Monate lang geschlossen und werden es bis auf weiteres sein.

Die Belegschaft ist nahezu komplett in Kurzarbeit, mit einer Notbesetzung werden nur die wichtigsten Dinge erledigt. Dass einzelne Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, führt der seit den Anfängen tätige Geschäftsleiter der Freizeiteinrichtung darauf zurück, dass die Tourismusbranche ganz besonders von den behördlichen Einschränkungen betroffen sei. Brugger bedauert diese Abgänge und sagt, "wir haben keine Arbeitsplätze abgebaut und wir stehen zu unseren Mitarbeitern, gerade in diesen schweren Zeiten".

Die Umsatzverluste gehen nach Bruggers Angaben angesichts der langen Schließung "in die Millionen".

Eine Perspektive für eine Wiedereröffnung zu geben wäre aus Bruggers Sicht "aus heutiger Sicht reine Spekulation", in Anbetracht der gegenwärtigen Infektionszahlen müsse man davon ausgehen, dass der Betrieb im Januar noch nicht wieder aufgenommen werden kann.

Ansonsten gelte: Abwarten. "Aber wir alle sind hoch motiviert", sagt der Geschäftsleiter, "damit wir wieder für unsere Gäste da sein können, sobald es wieder möglich ist. Dafür lohnt es sich durchzuhalten, auch wenn es sicherlich nicht einfach ist."

Nach dem ersten Lockdown mit Schließung Mitte März hatte das Badeparadies mit dem behördlich abgestimmten Hygienekonzept den Betrieb Ende Juni wieder aufgenommen. Die Zuversicht, es geschafft zu haben, war groß, zumal es bis zum zweiten Lockdown Anfang November nachweislich keine Infektion im Badeparadies gegeben habe.

"Auch der schönste Ort ist ohne das Wichtigste, seine Gäste und unsere Mitarbeiter, einfach nur menschenleer und trostlos", beschreibt Brugger den Zustand, den er das zweite Mal miterlebt, "das tut jeden Tag sehr weh". Trotzdem blicke er zuversichtlich in die Zukunft, dass nach vielen Herausforderungen in der Vergangenheit auch diese Hürde gemeistert wird. Ein persönliches Wort äußert Brugger: "Vielleicht wissen wir alle in Zukunft, nach der Rückkehr in ein weitestgehend normales Leben, die vermeintlich selbstverständlichen Dinge ja wieder etwas mehr zu schätzen."