Das bäuerliche Leben kennen lernen

Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Fr, 30. August 2019

Maulburg

Auf dem Bauernhof der Familie Jost in Maulburg erfuhren die Ferienspaßkinder viel über Landwirtschaft.

MAULBURG. Obwohl Maulburg nach wie vor eine Landgemeinde ist, sind Bauernhöfe weitgehend aus dem Ortsbild verschwunden. Die Arbeit von Bauern ist heutigen Kindern auch in Maulburg eher fremd geworden. Die Bedeutung der Landwirtschaft für eine gesunde Ernährung und für den Erhalt der Landschaft sei jedoch nicht hoch genug einzuschätzen und müsse auch Kindern nahegebracht werden, sagten die Maulburger AWO-Leute, Vorsitzende Ina Pietschmann, Sabine Brunner und Willi Reinhardt, zum Kinderferien-Programm-Angebot "Wir besuchen den Biobauernhof der Familie Jost". Dort erlebten rund zwei Dutzend große und kleine Teilnehmer fünf kurzweilige und informative Stunden.

Vom evangelischen Gemeindehaus aus marschierte die muntere Schar bei herrlichem Sommerwetter zunächst hinauf zum Bauernhof der Josts.

Oben am Dinkelberghang angekommen, begrüßte Bäuerin Heike Jost die Ferienspaß-Kinder und erzählte, dass ihr Hof vor rund 50 Jahren als einer der damals fünf Maulburger Aussiedlerhöfe von den Eltern ihres Ehemanns Hildebrand Jost erbaut wurde. Vor rund 25 Jahren habe man die Bewirtschaftung des elterlichen Betriebs übernommen. Die Familie beteiligt sich seit Jahren am Projekt "Lernort Bauernhof" und vermittelt Kindern die Bedeutung der bäuerlichen Betriebe auf dem Land.

Ihre rund 40 Hektar Weiden und Äcker bewirtschaften sie nach naturnahen und artgerechten Gesichtspunkten. Die Josts halten rund ein Dutzend Kühe nebst Kälbern sowie Hühner, haben auch einige Ponys und Esel, dazu eine kleine Schafherde und einige Ziegen.

Beeindruckt waren kleine und große Teilnehmer von der Schafschur, die ihnen Hildebrand Jost zeigte. Er erläuterte auf leicht besorgte Anfragen der Kinder hin, dass diese Tätigkeit den Schafen keinerlei Schmerzen bereite, sondern so etwas sei wie das Haareschneiden beim Menschen – nur mit dem Unterschied, dass bei der Schafschur ein Produkt abfällt, das später als Wolle dienen kann.

Später standen geführtes Reiten auf den gutmütig über die Weiden trottenden Eseln und Ponys und gemütliche Traktorfahrten über das weitläufige Areal des Bauernhofs an.

"Trotz all des heiteren Gepräges beim Aktionstag erfuhren die Kinder, dass Landwirtschaft eine ziemlich arbeitsame Sache ist", resümierte Dorfstübli-Leiter Tobias Hohenstetter.