Das fruchtbare Ineinandergreifen zweier Kulturen

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Sa, 23. September 2017

Ausstellungen

Unter dem Titel "Labor Europas, Straßburg 1880–1930" beleuchtet ein großes Ausstellungsprojekt auf fünf Stationen die elsässische Metropole um die Jahrhundertwende.

Fragt man den Kunsthistoriker Roland Recht, ob diese Ausstellung vor 20 Jahren möglich gewesen wäre, antwortete er unumwunden: "Nicht einmal vor 15 Jahren hätten wir daran gedacht." Es habe einen Mentalitätenwechsel gebraucht, sagt Recht, der bis in die 1990er Jahre Generaldirektor der Straßburger Museen war. Die Achse Paris-Berlin, habe – früher zumindest – aus Sicht der Franzosen nicht über Straßburg geführt, betont Recht.
Es geht um das Straßburg der Jahrhundertwende und den historischen Bogen zwischen 1880 und 1930. Straßburg und das Elsass gehören ab 1871 nicht mehr zu Frankreich. Nach dem Krieg gegen Preußen bezahlt das Land die Niederlage mit dem Verlust Elsass-Lothringens. Die Epoche, in der die unter dem Titel "Labor Europas, Straßburg 1880–1930" zusammengefassten Ausstellungsteile angesiedelt sind, ist politisch also hoch spannungsgeladen. Das Politische aber wird an den fünf Orten des Parcours mehr oder weniger ausgeklammert. Jedenfalls ist nie von negativer deutscher Dominanz, von Machtgebaren oder von der Unterdrückung der französischen Kultur die Rede. So reibungslos, weiß man, war diese Zeit doch nicht.
Die Ausstellungen deuten sie vielmehr als ein fruchtbares Ineinandergreifen zweier Kulturen, als Koexistenz aber im positiven Sinne. Verständlich ist das, weil ...

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