Gesundheitsversorgung

Das Loreto-Krankenhaus in Stühlingen ist nun Geschichte

Melanie Völk

Von Melanie Völk

Fr, 05. August 2022 um 10:18 Uhr

Stühlingen

Das Krankenhaus in Stühlingen hat zum 31. Juli seine Türen geschlossen. Nun laufen die Vorbereitungen für die Weiterführung der Gesundheitsversorgung im Osten des Kreises Waldshut.

Das Krankenhaus Stühlingen hat zum 31. Juli seine Türen geschlossen. Im Hintergrund laufen nun die Vorbereitungen für die Weiterführung der Gesundheitsversorgung im östlichen Landkreis. Die Klinikum Hochrhein GmbH hat am 1. August die MVZ Stühlingen gegründet, teilt Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt mit.

Wie sehen die Planungen aus?
"Wir sind mit den Ärzten und dem Personal im Gespräch und hoffen, dass sie bei der Stange bleiben", sagt Geschäftsführer Schlaudt. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) verfügt über eine Praxis für Allgemeinmedizin, Praxen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Anästhesiologie. Die neue Tochtergesellschaft plant die Übernahme der bestehenden Arzt-Sitze und: "Wir hoffen darüber hinaus, dass wir Christian Saurer für das MVZ gewinnen können", so Schlaudt. Christian Saurer war seit 2010 Chefarzt der Inneren Abteilung am Loreto-Krankenhaus in Stühlingen.

Schließt das MVZ zum 1. Oktober? Nein. Der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) will die Praxen des MVZ bis zum 30. September weiterbetreiben, heißt es in einer Mitteilung zum Ende der stationären Versorgung in Stühlingen. Ab Oktober soll das MVZ dann an die Klinikum Hochrhein GmbH übertragen werden. "Wir hoffen, dass es uns gelingt, den Betrieb zum 1. Oktober fortzusetzen", sagt Schlaudt zum avisierten Übergabe-Zeitpunkt. Das MVZ bleibt zunächst in den Räumlichkeiten des Stühlinger Krankenhauses.

Wurden Patienten verlegt?
"Die Anzahl der stationären Patienten wurden im Verlauf der letzten Tage reduziert, sodass die Behandlung im Krankenhaus Stühlingen abgeschlossen werden konnte", informiert Anja Lambert, Leiterin Marketing des GLKN, auf Anfrage.

Was passiert mit der Einrichtung?
Derzeit werde geprüft, ob und wie die bestehende Infrastruktur des Krankenhauses an einem anderen Standort des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz weiterverwendet werden kann.

Was wird aus den Mitarbeitern?
Laut Mitteilung des Gesundheitsverbundes Landkreis Konstanz wird mit der Schließung des Stühlinger Krankenhauses "keinem Mitarbeiter gekündigt". Alle Beschäftigten des Stühlinger Krankenhauses seien angesprochen und ihnen sei der Wechsel an einen anderen Standort angeboten worden.

Um wie viele Mitarbeiter geht’s?
Zuletzt waren laut Anja Lambert 70 Mitarbeiter am Stühlinger Krankenhaus beschäftigt. "Grundsätzlich hat jeder Mitarbeitende ein Angebot bekommen. Etwa 36 Mitarbeitende werden oder haben bereits ihre Tätigkeit an einem Standort des GLKN aufgenommen", erklärt Lambert auf Nachfrage. Laut Lambert sei davon auszugehen, dass rund 30 Mitarbeiter den GLKN verlassen werden. Da aktuell noch Gespräche zur Versetzung laufen, könne zu beiden Szenarien – Standortwechsel und Weggang – aber noch keine abschließende Antwort gegeben werden.

Wie viele wechseln?
"Uns sind aktuell vier Mitarbeitende bekannt, die ans Klinikum Hochrhein wechseln", erläutert Anja Lambert. Für sichere Aussagen verweist sie an das Klinikum Hochrhein. Laut Hans-Peter Schlaudt haben sich etwa 15 Mitarbeiter des Stühlinger Krankenhauses in Waldshut beworben. Ein Teil davon hat seine Arbeit am Klinikum Hochrhein bereits aufgenommen. Sie haben mit der Übernahme einen neuen Arbeitsvertrag am Waldshuter Klinikum bekommen.
Neue Wege

Parallel zur Übernahme des MVZ Stühlingen soll an der Erstellung eines Konzepts für ein Primärversorgungszentrum gearbeitet werden. Dieses soll in Zukunft die medizinische Versorgung der Bürger im Wutachtal übernehmen. Die Konzepterstellung wird vom Sozialministerium Baden-Württemberg mit rund 155.000 Euro gefördert. Stühlingen ist damit eine von zehn Kommunen in Baden-Württemberg, die neue Wege der Gesundheitsversorgung beschreiten soll und somit möglicherweise eine Blaupause für andere Kommunen bieten kann.

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