München

Das Oktoberfest fällt aus – Maßkrüge wird’s trotzdem geben

Patrick Guyton

Von Patrick Guyton

So, 05. Juli 2020 um 14:22 Uhr

Panorama

Das Oktoberfest fällt aus, es lebe das Oktoberfest! Viele Fans aus aller Welt wissen schon jetzt, dass sie vom 19. September bis 4. Oktober leiden werden. Zumindest eine kleine Entschädigung gibt es.

Das Oktoberfest findet wegen Corona nicht statt. Unbeeindruckt davon oder gerade deswegen wird in der Bayern-Metropole über verschiedene Aspekte dieses Nicht-Festes gesprochen, das in diesem Jahr nicht wie sonst üblich sechs Millionen Besucher anlocken wird. Zumindest sollen dezentral über die Stadt verteilt einzelne Bruchstücke des Festes zu besuchen sein: hier ein Kettenkarussell, dort eine Schießbude und möglicherweise zwei Bierbänke statt 2000.

Um die Not zu lindern, hat sich die Stadt München als Nicht-Veranstalterin dazu entschlossen, auch ohne Fest den offiziellen Oktoberfestkrug herauszubringen. Der ist in diesem Jahr in rot gehalten, eine Breze steht im Zentrum, umringt von kleinen Abbildungen eines Riesenrads, eines Herzchens, einer Tuba. Darauf steht: "Oktoberfest München", das Datum und die Jahreszahl: 2020. Den Krug kann man vorbestellen – 21,90 Euro kostet eine einfache Version, 39,90 Euro eine mit schmückendem Zinndeckel.

Präsentiert werden soll der Krug im August, traditionell im dann schon errichteten Festzelt des Sprechers der Wiesnwirte, im Armbrustschützenzelt von Peter Inselkammer. Mal sehen, welchen Trick man sich einfallen lässt, um einen Schein von Oktoberfest zu wahren. Von den Wiesn-Organisatoren erfährt man, dass viele Leute die Krüge sammelten und man keine Lücke zwischen 2019 und 2021 entstehen lassen möchte. Das Oktoberfest-Bier 2020 wird wie üblich von sechs Münchner Großbrauereien produziert und im Handel verkauft, oft steht es schon im August im Laden.

Bleibt die riesige, leere Theresienwiese. Das eine oder andere Menschengrüppchen dürfte sich, den Mindestabstand und die weiteren Corona-Regeln befolgend, mit Krug und Oktoberfestbier auf dem Gelände versammeln. Manche mögen dabei ein paar Tränen der Trauer vergießen, die in ihre Krüge rinnen.