Das Wettrennen der Schäferhunde

Jutta Geiger

Von Jutta Geiger

Sa, 05. Oktober 2019

Neuenburg

Zahlreiche Teilnehmer beim ersten Grißheimer Canis-Cito-Distanzlauf.

NEUENBURG-GRISSHEIM. Kühl war es am Morgen des Tags der Deutschen Einheit, gerade einmal sechs Grad Celsius zeigte das Thermometer um 9 Uhr, als auf dem Gelände der Ortsgruppe Grißheim des Deutschen Schäferhundevereins die Teilnehmer für den Canis-Cito-Distanzlauf eintrafen. Lautes Bellen war aus allen Autos auf dem Parkplatz zu hören, während die Teilnehmer sich im Vereinsheim anmeldeten.

Der Distanzlauf, erst der dritte überhaupt, den die Landesgruppe Baden, dieses Mal in Kooperation mit der Grißheimer Ortsgruppe veranstaltete, hatte knapp 40 Teilnehmer in das idyllisch gelegene Waldstück nahe der Zufahrt zur Grißheimer Panzerplatte gelockt. Neben den vielen Schäferhunden waren unter anderem ein Riesenschnauzer, ein Alaskan Malamute und ein Flatdoodle am Start, und die Teilnehmer hatten teils weite Anreisen in Kauf genommen, um in Grißheim starten zu können. So waren beispielsweise Hundeführer aus Regensburg, Hof, Bretten, Lahr, Appenweier, Mannheim und Konstanz am Start. Das sei der Landesgruppe Baden zu verdanken, erläuterte Sven Algermißen, Vorsitzender des Grißheimer Vereins Deutscher Schäferhunde, die viel Werbung und die Veranstaltung somit zu einem überregionalen Treffen gemacht habe. Harald Hohmann, der Vorsitzende der Landesgruppe Baden, war ebenfalls zugegen und erzählte, er sehe den Canis-Cito-Distanzlauf als Alternative im Hundesport für alle, die kein Agility machen möchten. "Die Distanz von zwei Kilometern ist auch für Ältere gut machbar", so seine Erklärung, und die Kombination von Sport und Sicherheit, also der Bewegung an der frischen Luft, bei der man vom mitgeführten Hund beschützt wird, sei immer mehr im Kommen. Nach der offiziellen Begrüßung und einer einführenden Ansprache zum Wettbewerb und Streckenverlauf konnten sich die ersten Läufer mit ihren Hunden auf den Weg machen. Viele Läufer waren mit einem Laufgeschirr ausgestattet, bei dem die Hundeleine an einem breiten Hüftgurt des Läufers befestigt wurde. "So hat der Laufende mehr Handfreiheit, was der natürlichen Laufhaltung entspricht", erläuterte Algermißen die Vorteile gegenüber dem In-der-Hand-halten der Leine.

Im Startbereich hatte man das Gefühl, dass die meisten Hunde gerne wie eine Rakete losgeschossen wären und den Läufer hinter sich als störendes Gewicht empfanden, was sich jedoch im Verlauf der Laufstrecke relativierte. In Richtung Ziel war zu beobachten, dass die Hunde zwar meist immer noch voranliefen, jedoch eher in gespannter Erwartungshaltung, wohin es denn gehen könnte.

Viele der Teilnehmer gaben die Kommandos rein mündlich: "Links!" oder auch "li li li li li" war aus dem Mund der Läufer zu hören. Die Hunde gehorchten brav. Natürlich konnte es auch passieren, dass ein Läufer von einem anderen unterwegs überholt wurde, was dann zu teils geräuschvollen Aktionen führte. Einer der Hunde interessierte sich ganz plötzlich während des Dahintrabens für den Hund hinter ihm und hätte sein Frauchen mit der unerwarteten Wendeaktion fast von den Füßen geholt. Algermißen zeigte sich mit Teilnehmerzahl und Verlauf zufrieden. "Natürlich war das eine unglaubliche Vorbereitungsarbeit", berichtete er. Kurz vor dem Start mussten noch die letzten Markierungen für die Läufer angebracht, die Strecke auf heruntergefallene Äste kontrolliert werden.

Im Clubheim wartete nach den Läufen ein leckeres Kuchenbuffet, in der Küche duftete es nach paniertem Schnitzel und auf den zwei Platten vor dem Haus, die zu Beginn der Veranstaltung noch dem Erwärmen der Hände dienten, wurden knusprige Crèpes gebacken.