Corona-Regeln

Das wiederholte "Knüppel aus dem Sack" zeigt nicht die erwünschte Wirkung

Hans-Joachim Michel

Von Hans-Joachim Michel (Freiburg)

Sa, 17. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Forderungen nach hartem Lockdown", Agenturbeitrag (Politik, 29. März)

Um es vorwegzunehmen, ich gehöre nicht zu den Corona-Leugnern und halte mich auch an die Vorsichtsregeln. Die Leute aber, die am Wochenende vor Ihrer Redaktion demonstriert haben, haben insofern recht, dass Berichterstattung der BZ seit Monaten hauptsächlich aus Corona-Horrormeldungen und Angst- und Panikmache besteht. Die heutige Ausgabe ist dafür wieder ein Beleg.

Was wurde uns nicht alles vor den früheren Lockdowns versprochen, vor allem zur Wiedergewinnung der sogenannten Kontrolle. Ergebnis: der nächste Lockdown, der natürlich genauso mangelhaft funktioniert wie die früheren; und am Ende sind die Menschen schuld und nicht die Wissenschaftler, die anscheinend nicht die Bedingungen kennen, die in einer immer noch freien Gesellschaft gelten und die sich nicht mit ihren Modellrechnungen im Labor decken.

Das ist doch die reine Hilflosigkeit, wenn nach einem Jahr Pandemie keine besseren Ideen diskutiert und auch zum Zug kommen dürfen. Die Menschen sind es leid, mit hohlen Versprechungen motiviert zu werden. Es ist nicht verwunderlich, dass der Widerstand wächst, vielleicht auch bald ein breiter offener Widerstand – dann aber wehe unserer Gesellschaft. Mit dem Virus leben lernen und flexiblere Strategien zu probieren, müsste dagegen die Devise heißen, und dabei müssen auch Risiken wie bei jeder Krankheit einkalkuliert werden. Das immer wiederholte Kommando "Knüppel aus dem Sack" zeigt offenbar nicht die erwünschte Wirkung. Die BZ sollte sich künftig ihre mitfühlenden Berichte über Unternehmer, die vor dem Ruin stehen, ersparen. Hans-Joachim Michel, Freiburg