Miteinander

Den Eltern mehr Eigenverantwortung zugestehen

Erwin und Ursula Merck

Von Erwin und Ursula Merck (Schliengen)

Do, 07. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Kleine Läden öffnen, Schulen bleiben vorerst dicht, Schutzmasken empfohlen", Beitrag von Christopher Ziedler und Agentur (Politik, 16. April)
Ein paar Gedanken und Anregungen zur Corona-Pandemie von einer sechsköpfigen Familie, in der es Risikopersonen gibt. Seit dem 17. März steht das soziale und öffentliche Leben still. Zu dem Zeitpunkt war der Shutdown richtig, aber das Virus ist da und geht nicht mehr so einfach weg. Bis es einen Impfstoff gibt, kann es dauern. Meine Cousine, eine Hebamme, sagte früher: Du kannst dein Baby nicht vor allem schützen, dann müsstest du in einer Blase leben. Wollen wir jetzt auf unbestimmte Zeit in so einer Blase leben, in einem "Dauerzustand der Fragilität" (Zitat: Winfried Kretschmann)?

Nein. Die Menschen, gerade die Familien und die Jungen und die Wirtschaft brauchen Perspektiven. Kretschmann betonte bei Regierungsantritt auch immer wieder die Eigenverantwortung der Bürger. Jetzt ist die Zeit für Eigenverantwortung. Für Menschlichkeit und nicht gegeneinander. Gegeneinander entsteht, wenn zum Beispiel Physiotherapeuten weniger Schutz bekommen als Pfleger. Gegeneinander entsteht, wenn nur bestimmte Kinder dürfen, zum Beispiel die von Alleinerziehenden. Ist eine Mutter, die ein Kind mit Behinderung hat, oder ein autistisches Kind oder ein Kind mit einer Kontaktstörung, weniger wert? Warum können Kindergärten nicht für Kinder ab vier auf Eigenverantwortung öffnen? Dass die Eltern entscheiden, ob sie das Risiko eingehen oder nicht. Wir Eltern sind für das Wohl unserer Kinder zuständig. Dafür brauchen wir aber konkrete Ziele. Zum Beispiel: Nach den Pfingstferien öffnen die Kindergärten für alle ab vier wieder und nach den Sommerferien für alle andern.

Kinder brauchen andere Kinder. Besondere Kinder brauchen dringend ihre adäquate Förderung wieder, Kinder aus sozial schwachen Familien einen Anker. Die Wirtschaft braucht Hoffnung. Sonst gibt es noch mehr Unsicherheit in Familien. Unsicherheit führt zu Ängsten, und die wirken sich wieder negativ auf die Kinder aus. Mütter und Väter und/oder Berufstätige, die mehr leisten müssen als sie können, brauchen klare Daten. Ja, es wird anders als vorher. Die Leichtigkeit ist weg. Eigenverantwortung ist gefragt. Erwin und Ursula Merck, Schliengen