Verkehr

Den falschen Weg müssen wir vermeiden

Gerd Fröhlich

Von Gerd Fröhlich (Emmendingen)

Di, 16. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Grüne Energie aus Afrika", Beitrag von Christopher Ziedler (Wirtschaft, 9. Juni)
Wasserstoff ist eine vielversprechende Technologie. Allerdings sind E-Autos noch nicht das Ende des Wegs, den wir zur nachhaltigen Mobilität gehen müssen. E-Mobilität kann nur ein erster Schritt sein, ob nun die Elektrizität mit einem Akku oder mit Wasserstoff erzeugt wird. Das gigantische Problem des Reifenabriebs bleibt. Der ins Grundwasser eindringt und es mit winzigen Kunststoffbestandteilen vergiftet.

Entweder müssen wir uns völlig gegen den Individualverkehr entscheiden, oder wir stellen nicht nur die Antriebsart von fossil auf elektrisch um, sondern auch die Art, wie die Kraft auf die Straße gebracht wird. Alle Bestandteile für das neue, als einziges nachhaltige Konzept für individuellen Verkehr am Boden haben wir bereits. Man nehme die Technik der Luftkissenfahrzeuge. Ein Mantelstrom-Propeller im Innern des Fahrzeugs erzeugt sowohl den Auftrieb, mit dem es die benötigten Zentimeter über dem Boden schwebt, wie auch den Vortrieb durch Auffangen eines Teils des erzeugten Luftstroms und seine Umlenkung zum Heckausstoß. Darüber hinaus wird der Heckausstoß schwenkbar und somit gleichzeitig die Lenkung des Fahrzeugs. Wie verhindern wir das Driften, das jeder aus Filmen über schnelle Luftkissenboote und ihr Kurvenverhalten kennt?

Man nehme die Carrera-Rennbahn – sie kann das Geplante am leichtesten verdeutlichen. Gegen das Driften brauchen wir eine Führung im vorderen Fahrzeugbereich. Ein Zapfen ragt nach unten heraus und läuft mit. Die Führung des Zapfens in der Schiene ist so konstruiert, dass kein Entkommen möglich ist, das heißt, das Fahrzeug ist sicher. Selbstverständlich findet über den Zapfen auch die Übertragung des Stroms statt. Und das soll Individualverkehr sein? Da kann ich ja nicht mal überholen. Doch!

Auch das Bremsen eines solchen Luftkissen-Autos wird durch die Schubumkehr des Vortriebs ermöglicht, wodurch sich eine Ahnung ergibt, dass eine andere Fahrtaktik erlernt werden muss. Besser, wir bauen bereits jetzt Versuchsanordnungen, damit wir das langfristige Beschreiten des falschen Wegs E-Auto vermeiden und den Umstieg auf wirkliche Nachhaltigkeit im Verkehr auch bald schaffen. Gerd Fröhlich, Emmendingen