Musik, die funkelt und strahlt

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Di, 02. April 2019

Denzlingen

Michael Leuschner spielt in der Konzertreihe des Denzlinger Kulturkreises Werke von Beethoven und Schumann.

DENZLINGEN. Mit "Allegro brillante" gibt Robert Schumann den Pianisten einen Hinweis, wie sie die zwölfte und abschließende Etüde seiner symphonischen Etüden spielen sollen. Nicht nur heiter, sondern funkelnd und strahlend soll das Finale für die Zuhörer klingen. Eine Vorgabe, die Michael Leuschner zum Abschuss der 27. Zyklus-Konzertreihe des Denzlinger Kulturkreises am Sonntagabend großartig umsetzte. Ein leuchtendes Finale zur Abrundung eines von vielen Stimmungen gekennzeichneten Konzertabends.

Knapp 140 Besucher waren zum Klavierabend mit Michael Leuschner, dem Vater der Zyklus-Konzerte gekommen. Viele Worte brauchte der 70-jährige emeritierte Professor für Klavier an der Freiburger Musikhochschule nicht. Genau genommen kam kein einziges während des rund zweimal 40-minütigen Vortrags über seine Lippen. Dafür ließ er umso mehr die Tasten sprechen – und die erzählten auf wunderbare Weise ganz unterschiedlichste Geschichten.

Melodisch und zart war der Auftakt mit dem ersten Satz der Sonate in A-Dur, Opus 101, von Ludwig van Beethoven gehalten. Bedächtig entwickelte sich die Melodie, ein Einstieg ins Konzert, der zur Ruhe kommen ließ. So entwickelte sich eine friedvolle Atmosphäre, zu der dann der zweite, stark rhythmisch geprägte, sehr energische Satz in starkem Kontrast stand. Leuschner, dem die Konzentration auf den innigen Charakter des ersten Satzes deutlich anzumerken war, lebte hier förmlich auf. Mal bewegten sich die Hände weit auseinander, mal griff die Linke über die Rechte. Atemholen, sich ins Empfinden sinken lassen, erlaubte der dritte Satz, bevor der finale vierte die Energie des zweiten aufnahm und übertraf und dabei vor Lebendigkeit – auch durch eingestreute Triller – regelrecht sprühte. Drei kürzere Stücke aus dem Zyklus "Iberia", den Komponist Issac Albéniz seiner spanischen Heimat widmete, ergänzten das umfassende Beethoven-Werk vor der Pause. Melodiös, rhythmisch zeichnete Albéniz ein farbenprächtiges Bild und bediente sich dabei der Vorlagen von Volksliedern und des Flamenco.

Der zweite Teil des Programms war den Symphonischen Etüden von Robert Schumann gewidmet – zwölf ausdrucksstarke musikalische Bilder, die teils sehr stark kontrastieren. So etwa, wenn ein langsames Stück sanft ausklang und das darauffolgende impulsiv, voller Temperament begann. Alles in allem klang dies nie brüchig, nie verstörend.

Leuchtend war dann das Finale, dem der Dank und die Anerkennung des begeisternd applaudierenden Publikums folgten. Leuschner bedankte sich mit drei Zugaben – von sanft bis lebhaft.