Überbrückungshilfe

Der Aufwand für die Beantragung ist enorm

Hartmut Dicke

Von Hartmut Dicke (Vogtsburg)

Sa, 26. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Überbrückungshilfe kann teuer werden", Beitrag von Philipp Peters (Wirtschaft, 10. September)

Herr Peters beschreibt in seinem Beitrag, wie teuer die Beantragung der Überbrückungshilfe für einen in Notlage befindlichen Unternehmer werden kann und dass die Notlage von Beratern mancherorts ausgenutzt werde. Sowas mag sicher vorkommen.

Aus Beratersicht ist aber festzustellen, dass der mit der Beantragung der Hilfen verbundene Aufwand – wie so vieles im Bereich der Steuern und Staatshilfen – enorm ist. So muss sich der Berater zunächst einmal einem aufwendigen Registrierungsverfahren unterziehen, bevor er die erste Hilfe beantragen kann. Er muss sich umfassend über Art, Umfang und Voraussetzungen der Förderprogramme informieren; denn es gibt nicht nur das eine Bundesprogramm, sondern Ergänzungen durch Landesprogramme. All dies kostet viel Zeit, ohne unmittelbar abrechnungsfähig zu sein.

Die Antragsstellung für das zweite Coronahilfeprogramm ist äußerst eng befristet, zunächst auf Ende August und nun auf Drängen des Deutschen Steuerberaterverbandes bis 30. September. Gleichzeitig werden die Berater- und Kanzlei-Kapazitäten durch Anträge für Kurzarbeitergeld, Herabsetzungsanträge bezüglich Steuervorauszahlungen, Maßnahmen betreffend der auf ein halbes Jahr befristeten Umsatzsteuersatzsenkung und so weiter bis zum Zerreißen angespannt. Das Steuererhebungs- und Reverteilungssystem stößt bereits jetzt an die Grenzen seiner Administrierbarkeit – und dennoch kommt in zunehmender Taktung immer noch etwas hinzu. Unternehmer und Berater sitzen also grundsätzlich im selben Boot, dessen Schwimmfähigkeit in erster Linie durch staatliches Handeln gefährdet wird. Hier gälte es, gemeinsam anzusetzen. Hartmut Dicke, Vogtsburg