Der Bedarf ist nicht gedeckt

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Mi, 30. September 2020

Schwanau

332 Kita-Plätze reichen in der Gemeinde Schwanau nicht aus / Wunsch nach Waldkindergarten.

Das Betreuungsangebot in den Kitas von Schwanau kann laut einer Umfrage der Stadtverwaltung die Nachfrage nicht decken. Allerdings ist sie auf einem qualitativ hohen Niveau. Die Verwaltung hat dem Gemeinderat deshalb vorgeschlagen, die Einrichtung eines Wald- und Naturkindergartens für Kinder über drei Jahre in den Bedarfsplan aufzunehmen.

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Alle zwei Jahre wird in Schwanau der Bedarf an Betreuungsplätzen ermittelt. Die von Rathausmitarbeiterin Silvia Leuthner vorgestellte Entwicklung zeigte, dass trotz der Erweiterung der evangelischen Kita in Allmannsweier um eine weitere Gruppe, die Ü3-Plätze im laufenden Kindergartenjahr 2020/2021 nicht reichen. Allerdings könne sich die Lage im darauffolgenden Jahr wegen sinkender Geburtenraten wieder entspannen, sagte Leuthner. Aktuell verfügen die sieben Kitas über 314 Plätze, davon 239 für Drei- bis Sechsjährige, 45 für Zwei- bis Dreijährige und 30 für die Ein- bis Zweijährige. Nach der Erweiterung der Kita Allmannsweier von 72 auf 90 Plätze stehen ab Dezember in den vier Ortsteilen 332 Plätze zur Verfügung. Hinzu kommen 17 Betreuungsplätze in der Kindertagespflege, für die das Landratsamt zuständig ist.

Eltern wünschen sich flexible Betreuungszeiten

Zur Bedarfsermittlung wurden Anfang des Jahres Fragebögen verschickt, die Rücklaufquote von 43 Prozent habe Gemeinde und Trägern ein repräsentatives Ergebnis geliefert, so Leuthner. Die Anmerkungen der Eltern bezögen sich hauptsächlich auf den Wunsch nach flexiblen Betreuungszeiten ab sieben Uhr sowie durchgehenden Öffnungszeiten ohne Mittagspause. Mehrfach sei auch der Wunsch nach einer Aufstockung der Kita-Plätze in Wittenweier genannt worden.

Neben der starken Nachfrage nach Betreuungsplätzen vom ersten Lebensjahr an und dem Wunsch nach warmem Mittagessen im evangelischen Oberau-Kindergarten in Nonnenweier, haben 46 Prozent der Eltern ihr Interesse an einem Wald- und Naturkindergarten in der Umfrage bekundet. In einer solchen Kita könnten 20 über drei Jahre alte Kinder betreut werden. Laut Beratungsunterlage haben bereits mehrere potentielle Träger ihr Interesse an der Leitung eines Wald- und Naturkindergartens bekundet. Eine Umsetzung wäre "recht zeitnah" möglich, so die Verwaltung. Der Gemeinderat hat sich dem Wunsch der Eltern angeschlossen und die Verwaltung beauftragt, mit potentiellen Trägern Gespräche zu führen. Außerdem soll die Verwaltung im Oberau-Kindergarten Nonnenweier auf ein Mittagessensangebot hinwirken.