Der Goldene Löwe trotzt der Krise

dpa

Von dpa

Mi, 29. Juli 2020

Kino

18 Filme im Wettbewerb in Venedig: Die deutsche Regisseurin Julia von Heinz ist mit "Und morgen die ganze Welt" dabei.

Beim Filmfest in Venedig konkurrieren 18 Werke um den Goldenen Löwen. Darunter ist der Film "Und morgen die ganze Welt" der deutschen Regisseurin Julia von Heinz. Das teilte Filmfestdirektor Alberto Barbera am Dienstag bei einer Video-Pressekonferenz mit. Mit ihr im Rennen sind etwa die in Norwegen geborene Mona Fastvold mit dem US-Film "The World to Come" und Chloé Zhao mit "Nomadland", in dem die Oscar-Gewinnerin Frances McDormand spielt.

Mehrere Filme im Hauptprogramm kommen aus Italien, andere aus Japan, Polen, Frankreich, Mexiko, Russland und Israel. "Notturno" von Gianfranco Rosi, der mit dem Dokumentarfilm "Seefeuer" über die Insel Lampedusa viele Preise gewann, geht als italienisch-französisch-deutsche Produktion ins Rennen. Es geht um den Krieg in Syrien. Es könnten in den nächsten Tagen zu den 18 Kandidaten noch weitere Werke eingeladen werden, sagte Barbera. Venedig biete trotz Krise eine breite Auswahl von Filmgenres und Herkunftsländern. Gezeigt werden insgesamt über 60 Filme: "Es ist ein Zeichen dafür, dass das Kino nicht vom Tsunami der Pandemie überwältigt wurde, sondern sich eine beneidenswerte Vitalität bewahrt." Barbera versprach, das Programm biete "viele Überraschungen".

Die Schutzvorkehrungen in Kinos und bei Veranstaltungen würden sehr ernst genommen, erläuterten die Macher. Tickets soll es online geben. Italien war von der Pandemie mit über 35 000 Toten stark getroffen. Das 77. Internationale Filmfestival startet offiziell am 2. September und läuft bis zum 12. September. Mit acht komme fast die Hälfte der Filme im Hauptwettbewerb von Frauen, stellten die Organisatoren heraus. In dem Beitrag der 44-jährigen Julia von Heinz, die in Berlin geboren wurde, geht es um junge Leute, die beschließen, politisch aktiv zu werden. Der Film soll im Herbst in den deutschen Kinos starten.

Außerhalb des Wettbewerbs ist etwa der Dokumentarfilm "Sportin’ Life" des US-Regisseurs Abel Ferrara zu sehen. Ferrara, der viel in Rom lebt, habe sein Werk weitgehend in Berlin gedreht, sagte Barbera. Außerdem steht Nathan Grossmans Dokumentation "Greta" über die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem Programm. Schon am Wochenende hatte die Festivalleitung mitgeteilt, dass der deutsche Regisseur Christian Petzold (59) zur Jury der Festspiele gehört. Jurychefin ist die australische Schauspielerin Cate Blanchett (51). Im Vorjahr ging der Goldene Löwe an den Psychothriller "Joker".