Der Hüfinger Wald kämpft gegen viele Gefahren

skk

Von skk

Mi, 25. September 2019

Hüfingen

50 Millionen Festmeter Sturm- und Käferholz in ganz Europa lassen die Preise fallen und dann gibt es auch noch den Klimawandel.

HÜFINGEN (jak). Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Da ist sich Virginia Lorek, Leiterin der Betriebsstelle Baar, ganz sicher. Doch aktuell hat der Wald zu kämpfen. "Das vergangene Jahr war ein besonderes Jahr", sagt Lorek. Zum einen wegen der enormen Trockenheit und dann noch das Sturmtief, das im Januar 2018 für reichlich Schaden gesorgt hatte. Und so wurden im vergangenen Jahr 1000 Festmeter Holz mehr geschlagen, als eigentlich vorgesehen waren.

"Der größte Teil davon war nicht geplant", erklärt Lorek. Es musste nicht nur mehr Bäume gefällt werden, als ursprünglich geplant waren. Auch wann und wo gefällt wird, beruht oft mehr auf den äußeren Umständen, als auf den Planungen der Forstbehörde. 2015 bis 2017 waren 30 Prozent des Holzeinschlages vom Zufall bestimmt, im vergangenen Jahr waren es 60 Prozent und in diesem Jahr sind es schon 84 Prozent, die außerhalb der Planungen gefällt werden mussten. "Und das Käferholz ist natürlich viel weniger wert", so die Leiterin der Betriebsstelle.

Für das vergangene Jahr sind die Zahlen noch positiv: 149 000 Euro hat der Hüfinger Wald erwirtschaftet. Das sind 80 200 Euro mehr, als geplant gewesen. Werden die Erträge aus dem Windpark Länge noch hinzugezählt, dann sind es 506 000 Euro Einnahmen. Doch zukünftig wird das ganz anders aussehen. Die Einnahmen aus der Windpark sind aufgrund des Stillstandes auf der Länge mit null Euro angesetzt. Und der fallende Holzpreis tut sein übriges.

Deshalb rechnet Lorek für das kommende Jahr mit einem Defizit von 70 000 Euro. "Im vergangenen Jahr kamen mehr als 50 Millionen Festmeter Holz auf den europäischen Markt, die nicht geplant waren", so Lorek. Und da der Holzmarkt ein europäischer Markt sei, würden das Sturm- und Käferholz deutlich die Preise drücken. "Wir hoffen und gehen davon aus, dass sich der Holzpreis wieder fängt", erklärt Virginia Lorek. Denn bereits 2003 habe man eine ähnliche Situation durchmachen müssen, die drei Jahre angedauert habe. Aber danach sei es wieder aufwärtsgegangen. Um bis dahin den Haushalt nicht zu überstrapazieren, hat Lorek weniger Ausgaben für den Wegeerhalt und die Jungpflege angesetzt. Letzteres sei auch nicht erfolgversprechend, wenn die Trockenheit anhalte: "Es macht wenig Sinn, kleine Pflanzen in den Boden zu drücken, wenn man weiß, dass sie vertrocknen werden." Auch fordere das Käferholz viel personellen Einsatz.

Für die Zukunft soll weiter auf den Waldumbau gesetzt werden: "Monokulturen sind nicht mehr tragbar", erklärt Lorek. Im Bezug auf den Klimawandel gebe es eine entsprechende Baumeignungskarte, die die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt erarbeitet hat. "Welche Baumarten sich im Klimawandel durchsetzen werden, können wir noch nicht sagen. Aber wir streuen das Risiko."