Der Puls dauerhaft am Anschlag

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 30. März 2021

Mountainbike

Mountainbiker Simon Stiebjahn aus Langenordnach wird bei einem stark besetzten Vier-Etappen-Rennen in Spanien Gesamt-18.

. Nach einer Corona-bedingt kurzen Saison 2020 mit nur wenigen Wettkämpfen ist die Lust am Rasen offensichtlich groß unter den Mountainbikern. "Das Niveau war sehr hoch. Es wurde sehr schnell gefahren", sagt Simon Stiebjahn nach seiner Teilnahme am Mediterranean Epic in Spanien, einem Etappen-Rennen nach Vorbild des Cape Epic in Südafrika. Das MTB-Rennen an der spanischen Mittelmeerküste zählt zur "Hors Catégorie", das ist die höchste Wettkampfklasse des Radsport-Weltverbandes. Nach Abschluss der vier Etappen weist das Gesamtklassement des Mediterranean Epic’ Stiebjahn auf Rang 18 aus. "Es war ein Okay-Auftakt. Ich hatte mir etwas mehr erhofft, aber es ist sicher eine Leistung, auf der ich aufbauen kann." Der Mountainbike-Profi aus Langenordnach will sich in dieser Saison auf den neu installierten Marathon-Weltcup konzentrieren.

"Ich hatte mir schon

etwas mehr erhofft."

Stiebjahn nach dem Prolog
Der Prolog fand in Oropesa del Mar zwischen Barcelona und Valencia statt. Das Zeitfahren führte über 26 Kilometer und 550 Höhenmeter. "Ich habe mich von den Beinen her gut gefühlt, bin aber etwas zu schnell angegangen", sagt Stiebjahn. Er wollte den vor ihm fahrenden Mountainbiker "unbedingt einholen". Mitte des Rennens musste der Langenordnacher, der gestern 31 wurde, für die Anstrengungen büßen und Tempo rausnehmen. Gegen Ende des Zeitfahrens hatte er sich wieder gefangen, es sprang Rang 30 heraus. "Ich hatte mir schon etwas mehr erhofft. Es war allerdings alles sehr dicht beisammen, bis Rang zwölf lagen alle innerhalb einer Minute." Auf den Sieger wies Stiebjahn im Prolog einen Rückstand von 2:32 Minuten auf.

Am zweiten Tag waren 58 Kilometer und 1700 Höhenmeter rund um Castellon zu absolvieren. Das Gelände war tückisch. "Es war eine sehr zügige Etappe mit vielen Richtungswechseln. Es ging immer wieder steil bergauf und steil bergab", erzählt der Schwarzwälder. Auf den technisch schwierigen Abfahrten fühlte sich Stiebjahn "nicht so wohl, weil es sehr rutschig war". Er verlor in den technischen Downhills immer wieder den Anschluss an eine Gruppe und musste die Lücke anschließend mit viel Kraftaufwand wieder schließen. Am Ende sprang der 21. Platz für ihn heraus: "Damit war ich ganz zufrieden. Ich habe mich etwas besser gefühlt als am ersten Tag." Sein Rückstand auf den Schnellsten betrug rund vier Minuten.

Die Königsetappe über 93 Kilometer mit 1650 Höhenmetern fand erneut in der Region Oropesa del Mar statt. Bis zur Hälfte des Rennens lief es gut für Stiebjahn, er hatte immer wieder Kontakt zur Spitzengruppe. In einer offenen Passage mit sehr viel Wind hat er jedoch den Anschluss verloren – er fuhr zwischen zwei Gruppen und musste allein gegen den böigen Wind ankämpfen. Als er von der Verfolgergruppe aufgefahren wurde, hatte er "keine Kraft mehr, um noch einmal aktiv zu werden, zumal das Tempo sehr hoch war". Stiebjahn erreichte als 26. mit rund sieben Minuten Rückstand das Ziel.

"Ich werde jetzt

weiter hart arbeiten."

Stiebjahn nach dem ersten Härtetest
Auf der Schlussetappe waren 50 Kilometer mit 1050 Höhenmetern zu meister. Stiebjahn nahm sich vor, am letzten Tag noch einmal alles reinzuhauen. Er wollte einen guten Start hinlegen, weil es nach drei Kilometern in einen Singletrail ging "und da eine gute Position von Vorteil ist". Sein Plan ging bis 300 Meter vor dem kleinen Pfad auf, doch dann bekam er Beschwerden im linken Bein. "Das habe ich ab und an mal. Es hat sich angefühlt wie eine Zerrung." Er verlor dadurch ein paar Positionen und es dauerte auch eine Weile, bis die Beschwerden zurückgingen und er wieder voll in die Pedale treten konnte. "Hinten raus fühlte ich mich auf der vierten Etappe immer besser". Er fand dann auch eine Gruppe, mit der er wieder einige Positionen gutmachen konnte. Stiebjahn wurde 33. mit rund viereinhalb Minuten Rückstand auf den Sieger. "Ich werde jetzt weiter hart arbeiten und mich gezielt auf die ersten Weltcups vorbereiten", sagt der Langenordnacher nach dem 18. Gesamtplatz beim Mediterranean Epic.

Stiebjahn und das Bulls-Team bleiben in Spanien, wo in Igualada von Donnerstag bis Sonntag ein weiteres MTB-Etappenrennen (Volcat BTT Festival) ausgetragen wird. 194 Kilometer und 4900 Höhenmeter – eine Kaffeefahrt wird auch das nicht.