SC Freiburg

Der SC II startet mit neuem Trainer in das "Abenteuer Dritte Liga"

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Mo, 26. Juli 2021 um 08:38 Uhr

SC Freiburg

Am heutigen Montag startet der SC Freiburg II mit einem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden in die Drittliga-Saison. An der Seitenlinie coacht erstmals Thomas Stamm die U23 des Sportclubs.

Dass Thomas Stamm seine neue Mission ganz gemütlich angehen konnte, lässt sich nicht gerade behaupten. Der neue Trainer der Bundesliga-Reserve des SC Freiburg hatte gerade einmal drei Wochen Vorbereitung, um sein Team auf das "Abenteuer Dritte Liga" vorzubereiten. Als Aufsteiger eine doppelt schwere Aufgabe.

Stamm tritt ein schweres Erbe an. Sein Vorgänger Christian Preußer stieg mit der U 23 aus der Oberliga in Regionalliga auf und schaffte dieses Frühjahr nun den Sprung in die dritte Liga. Morgen startet das Stamm-Team mit dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden in die neue Drittliga-Saison (Dreisamstadion, 19 Uhr). Fortan geht es für die Freiburg-Talente gegen Traditionsvereine wie den 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig oder MSV Duisburg.

Stamm kennt einige seiner Spieler schon länger

Angesichts der kurzen Crash-Vorbereitung kommt es den Freiburgern gelegen, dass der neue Trainer kein Unbekannter ist. Seit 2015 hat er die U-19-Mannschaft des Sportclub betreut. Unter ihm sind ein Dutzend Breisgauer Talente zu Bundesliga-Spielern gereift. Stamm sagt: "Einige der Jungs habe ich schon in der U19 betreut, für die war es nicht so viel Neuland." Stamm kam früh zum Trainerjob, bereits mit 27 begann er seine Coaching-Karriere. Anfangs spielte er selbst noch in der zweithöchsten Liga der Schweiz, für den FC Schaffhausen und den FC Winterthur. Später wechselte er ins Hauptamt und konzentrierte sich auf die Trainerkarriere. "Es gab nie den einen Moment, an dem ich mich fest dazu entschieden habe, Trainer zu werden. Das hat sich Stück für Stück entwickelt. Es hat mir Spaß gemacht, junge Menschen fußballerisch zu entwickeln", sagt Stamm. So ging es auch mit seiner beruflichen Karriere beständig weiter. Dass er nun die U23 in der dritten Liga übernimmt, ist nur folgerichtig.

Stamm ist dabei keiner, der seine Spieler in ein vorgeprägtes, taktisches Korsett zwängt. "Es ging in der kurzen Vorbereitung darum, die grundlegenden Prinzipien zu vermitteln. Ich denke, da sind wir weit gekommen", sagt der 38-jährige Diplomtrainer. "Wir wollten einen guten Rahmen für die Saison schaffen." In diesen erfrischend-nüchternen Konzepten denkt der Schweizer. "Wir wollen aktiven Fußball spielen. Und das mit und ohne den Ball", sagt er. Will heißen, sein Team soll den Ball attackieren, den Gegner verunsichern und bei Ballgewinn den möglichst direkten Weg in Richtung Tor wählen. Mit den Junioren gelang ihm das immer wieder: Höhepunkt war der Gewinn des U-19-DFB-Pokals im Mai 2018.

Stamm hofft, den Erfolg nun auch bei der U23 zu finden: "Zwischen U19 und U23 gibt es vom Trainingsansatz her kaum Unterschiede. Neu für mich ist, dass nun auch gestandene Akteure im Team sind", sagt er.

Das Gesicht des Teams hat sich verändert. Stürmer Marvin Pieringer spielt nun für Schalke 04, Außenbahnspieler Konrad Faber wechselte zum Zweitligisten SSV Jahn Regensburg. Zudem haben Felix Bacher (WSG Tirol), David Nieland, Lars Gindorf, Torwart Bennet Schmidt, Junior Eyamba, Johannes Manske und der Offenburger Routinier Felix Roth den Verein verlassen. Und hinzu kommt, dass Noah Atubolu, Nishan Burkart, Kimberly Ezekwem, Kevin Schade, Kiliann Sildillia und Noah Weißhaupt nun dem Bundesliga-Kader angehören.

Der Kader hat ein neues Gesicht bekommen

Diesem Abschiedsreigen stehen mehrere Neuzugänge gegenüber. Torwart Sebastian Mellack (VFL Wolfsburg Jugend) Innenverteidiger Jordy Makengo (19, AJ Auxerre Jugend), und die Mittelfeldspieler Yannick Engelhardt (Werder Bremen II), Raphael Assibey-Mensah (21, TSV Schott Mainz) und Daniels Ontuzans (21, FC Bayern II) sollen den Kader verstärken. Offensiv soll der Niederländer Vincent Vermeij (MSV Duisburg) für Torgefahr sorgen. Trotz des Umbruchs und der kurzen Vorbereitungszeit ist Stamm zuversichtlich. "Wir sehen die dritte Liga nicht als eine einmalige Sache. Wir wollen uns schnell an die neue Liga gewöhnen", kündigt er an. Seine unprätentiöse Art wird ihm helfen, dabei so manchen Rückschlag zu verkraften.

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