Porträt

Der Schatzmeister des SC Freiburg steht nicht gerne im Rampenlicht

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Do, 10. Oktober 2013 um 11:21 Uhr

SC Freiburg

Heinrich Breit ist Grüner, Steuerberater und seit 15 Jahren Schatzmeister des SC Freiburg. Nun zieht sich der Fußball-Realo aus dem Geschäft langsam zurück.

Einmal im Jahr schaut er noch persönlich vorbei, das lässt er sich nicht nehmen, er wohnt ja im selben Viertel. Dann geht der Steuerberater Heinrich Breit an mit Graffiti verschmierten Wänden vorbei auf das von Alternativen gestaltete Grether-Gelände in Freiburg, einem ehemaligen Industrieareal am Rande der Freiburger Innenstadt.

Dort bespricht er mit den Mitarbeitern der Druckwerkstatt im Grün den Jahresabschluss. Den Kollektivbetrieb gibt es seit den 1970er-Jahren, er ist in einer Zeit entstanden, als in Freiburg die linke Szene reihenweise Häuser besetzt hatte und sich Handwerksbetriebe kollektiv organisiert haben: Einheitslohn, kein Leistungsdruck, keine Chefs, so war das damals. Und Heinrich Breit, heute graue kurze Haare, trug noch einen Wuschelkopf.

"Wir haben höchste Höhen und tiefste Tiefen erlebt" Heinrich Breit "Wir sind schon lange seine Kunden. Henry weiß noch, aus welcher Ecke er kommt, da ist nichts Hochnäsiges dabei, er ist immer locker", sagt Achim Schley, einer der fünf Mitarbeiter der Druckwerkstatt. Dabei hätte Heinrich Breit heute genug Gründe für Hochnäsigkeit: Er ist ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Grünen im Freiburger Gemeinderat, seit 1998 Schatzmeister des Sportclub Freiburg und inzwischen ein deutschlandweit geschätzter Fußballfunktionär. Er trägt den edlen Anzug genauso selbstverständlich wie die legere Lederweste.

Seit 1982 macht er die Steuererklärung für viele Betriebe der alternativen Szene. "Das war damals eine Marktlücke, würde man heute sagen. Ich persönlich musste die Weichen stellen: Bleibe ich an der Universität oder mache ich etwas ganz anderes", erinnert sich Breit, der die Handelsschule besucht und eine Ausbildung zum ...

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