Der Star der Russel-Bande

Philippe Thines

Von Philippe Thines

Mi, 26. Juni 2019

Löffingen

Rüde Lancelot gewinnt wieder internationalen Wettbewerb.

LÖFFINGEN (bl). Begegnet man der Löffingerin Brigitte Durst mit ihren drei Hunden, so nimmt man die Rüden als quirlige verspielte Rasselbande, pardon Russell-Bande, wahr. Doch in dem kleinen Rudel verbirgt sich ein Star: Es ist Lancelot,der mit vollem Namen "Cudweed’s Lancelot" heißt. Seit ein paar Tagen darf sich der knapp siebenjährige Rüde, der bisher schon acht internationale Championtitel abgeräumt hat, auch "European Winner 2019" nennen. Lance ist alles andere als ein gewöhnlicher Parson Russell Terrier. Im österreichischen Wels, wo an die über zwanzigtausend unterschiedlichste Rassen antraten, konnte sich Lancelot unter den 58 teilnehmenden Parson Russell Terrier souverän als Sieger durchsetzen.

Neben dem körperlichen Erscheinungsbild mit den richtigen Maßen und Proportionen, Fellzeichnung und Gebiss, sind Bewegungsabläufe und Körperhaltung wichtige Kriterien in Wettbewerben der Kategorie Ausstellungshund. Letztere erfordern, genau wie das Erlernen von Grundkommandos, ein konsequentes Training von klein auf, aber auch ein gewisses Talent – und das wurde Lancelot, dessen Vater schon zum Sieger des weltweit größten Hundeshow-Wettbewerbs "Crufts" gekürt wurde und dessen Mutter sich World Winner nennen darf, in die Wiege gelegt. Er selbst ist zwischenzeitlich ebenfalls Vater von fast 60 Nachfahren, von denen sich bereits einige auf Wettbewerben mit ihm bisher eher erfolglos maßen.

Dennoch kann sich auch das größte Talent nur entwickeln, wenn es konsequent gefördert wird. Schon den Welpen hat Brigitte Durst neben einem sozialverträglichen Verhalten und Gehorsam auch Körperhaltung antrainiert. Das Grundrezept sei immer gleich: liebevolle, aber absolute Konsequenz; der Hund müsse wissen, wer sein Chef ist, und sich im Gegenzug auf ihn verlassen können. Klare Kommandos geben ihm dabei Sicherheit, Lob und Belohnung spielen bei der Motivation eine große Rolle. Die Aufnahmefähigkeit eines Hundes ist nach etwa zwanzig Minuten erschöpft und es muss eine Pause eingelegt werden. Daher lebt ein erfolgreiches Training nicht von der zeitlichen Dauer, sondern von der Wiederholung.

Und warum nicht auch kleine Kunststückchen üben? "So kommt bei den Tieren keine Langweile auf und sie behalten ihre Lernwilligkeit und Ausgeglichenheit", erklärt Brigitte Durst. Lancelot jedenfalls kann viel. Auf das Kommando "Steh" zum Beispiel bleibt er in Showposition regungslos stehen, ohne sich von der Umgebung ablenken zu lassen.