"Der Tank war einfach leer"

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Di, 16. März 2021

Skilanglauf

Langläufer Janosch Brugger steigt beim Weltcupfinale nach 20 von 50 Kilometern aus.

. Er hatte sich viel zugemutet und musste schließlich passen: Sieben Tage nach Ende der strapaziösen Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf kam Skilangläufer Janosch Brugger von der WSG Schluchsee beim Weltcup-Finale im Engadin (Schweiz) nicht ins Ziel. Im Verfolgungsrennen in der Skatingtechnik stieg der 23-jährige Lenzkircher am Sonntag nach 20 von 50 Kilometern aus. Zum ersten Mal in seiner sportlichen Karriere, denn Aufgeben geht ihm gegen den Strich.

Doch er befand sich in einer Situation, in der schiere Willenskraft nicht mehr weiterhalf. "Der Tank war einfach leer", erklärte Janosch Brugger später der BZ. "Gestern war schon sehr zäh und heute mit dem mega Wind hatte es keinen Sinn mehr." Selbst im Windschatten habe er kaum mehr Anschluss an seine Vorderleute halten können. Deshalb entschied der Hochschwarzwälder schweren Herzens, "dass es leider keinen Wert mehr hat". Im Sinne der Gesundheit bestimmt die richtige Wahl.

Die Aussicht auf weitere Weltcuppunkte war schon beim Start in Maloja gering gewesen. Denn schon im Massenstartrennen am Samstag über 15 Kilometer in der klassischen Technik hatte sich Brugger schwer getan. Als 62. der 83 Starter hatte er auf dem Silvaplana-Kurs anders als bei der Tour de Ski keine Akzente setzen können. Nach 36:26,8 Minuten kam er 2:19,7 Minuten hinter Sieger Alexander Bolschunow (Russland) ins Ziel. Mit diesem Rückstand ging der Lenzkircher tags darauf in seinen zweiten Fünfziger binnen einer Woche. Auf den ersten 15 Kilometern auf der Strecke des berühmten Engadiner Skimarathons wuchs sein Rückstand auf 3:02,1 Minuten an und er verlor neun Plätze. Sein Teamkamerad Florian Notz (SZ Römerstein), als 68. des Vortags 40 Sekunden hinter ihm gestartet, hatte ihn da bereits überholt. Während sich der 28-jährige Schwabe bis ins Ziel noch auf den 55. Platz verbesserte, erkannte Janosch Brugger, dass er sich an diesem Tag nicht würde durchkämpfen können wie am Schlusstag der WM, als er 38. geworden war.

"Jetzt ruh’ ich mich erst mal gut aus", sagt Brugger. Die Weltcup-Saison der Langläufer beendete er als 43. der Gesamtwertung, damit ist er Vierter der neun deutschen Männer, die in diesem Winter punkten konnten. Die Wettkampf-Saison ist noch nicht ganz zu Ende. In zwei Wochen startet der Lenzkircher bei der Schweizer Meisterschaft, "quasi als Schneeverlängerung".