Prämie für Lastenräder

Der Weg zu einer Verhaltensänderung?

Reinhard Hahn

Von Reinhard Hahn (Ettenheim)

Do, 02. September 2021

Leserbriefe

Zu: "Ziemlich ungerecht", Beitrag von Bernd Kramer (Kommentar & Analyse, 24. August)

Der Autor kritisiert vordergründig zu Recht Annalena Baerbocks (Grüne) Vorschlag der Lastenradförderung mit dem Argument, dass man nicht jedes einzelne gute Verhalten finanziell belohnen kann. Nur warum steht dort kein Wort der Kritik an der vielfältigen E-Auto-Förderung?

Richtig ist: Wir benötigen im Straßenverkehr eine Abkehr von Motoren, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Richtig ist aber auch, dass wir für die Erreichung der Klimaziele im Verkehr eine deutliche Reduktion des Kfz-Verkehrs benötigen. Das heißt, wir müssen uns eiligst daran machen, nicht nur andere Antriebsarten zu fördern, sondern auch andere Verkehrsarten. Wenn ich zum Beispiel nur deswegen noch ein Kfz nutze, weil mir die benötigte Transportkapazität mit muskelkraftbetriebenen Verkehrsmitteln nicht zur Verfügung steht? Dann nutzt es uns allen viel mehr, wenn ein Verbrenner durch ein (E-)Lastenrad ersetzt wird, als wenn dann wieder ein Auto auf den Straßen fährt.

Ich gebe dem Autor Recht, dass es nicht Aufgabe des Staates sein kann, jedes erwünschte Verhalten in Detail und spezifisch zu fördern. Und ja, jede Subvention ist eine Form der Marktverzerrung und vieles wird sich über den steigenden CO2-Preis besser regeln lassen. Aber gerade Privatpersonen handeln oft nicht langfristig ökonomisch vernünftig. Manchmal kann ein Stupfer in Form einer zeitlich begrenzten Förderung durchaus zu einer Verhaltensänderung führen, die wir so dringend benötigen. Und dann ist mir die Förderung von E-Lastenrädern lieber als die von Autos. Reinhard Hahn, Ettenheim