Windkraft

Der weitere Ausbau der Windenergie bringt für die Flaute überhaupt nichts

Hildegard Morath (Münstertal)

Von Hildegard Morath (Münstertal)

Fr, 02. August 2019

Leserbriefe

Zu: "Steife Brise weht auf See", Agenturbeitrag (Wirtschaft, 15. Juli)

Der erste Satz des Artikels hat’s gleich in sich: "Die Windenergie auf See leistet einen zuverlässigen Beitrag zur Energiewende". Dann werden die beeindruckenden 9,51 Terawattstunden von den Rädern auf der deutschen Nordsee, die im ersten Halbjahr eingespeist wurden, angeführt. Wow, das ist ja irre viel!

Der Haken: Das Netz braucht Konstanz! Schlagen wir die Seite smard.de der Bundesnetzagentur auf. Eine glasklare Graphik zeigt im Stundentakt, woher der Strom in Deutschland kommt. Und so waren es am 17. Juli 2019 um 12 Uhr schlappe zwei Megawattstunden (= 2000 Kilowattstunden) von den offshore-Rädern, und die Windräder an Land brachten nicht einmal ein Hundertstel des tatsächlichen Bedarfs, nämlich gerade mal klägliche 507 Megawattstunden.

Der Verbrauch lag nämlich, wie auf der Seite nachzulesen, bei 65 197 Megawattstunden! Die Photovoltaik im Verein mit der Braunkohle rettete uns für diesmal in der Flaute – es mussten um die Mittagszeit nur 1000 Megawattstunden Strom importiert werden. In der folgenden Nacht, ohne Sonne, gab es immer noch keinen Wind, und Deutschland musste kräftig Strom importieren. Erst am 20. Juli frischte der Wind etwas auf. Der weitere Ausbau der Windenergie bringt für die Flaute überhaupt nichts, weil dann meist in ganz Europa die Windräder nicht liefern, wir aber ständig unseren Strom brauchen. Hildegard Morath, Münstertal