Deutsche Handballer mit neuem Ziel

dpa

Von dpa

Di, 26. Januar 2021

Nationalmannschaft

DHB-Chef fordert Erfolg bei Olympischen Spielen in Tokio.

Schon vor dem WM-Abschiedsspiel gegen Polen erhöhte DHB-Boss Andreas Michelmann den Druck auf die deutschen Handballer: Nach dem enttäuschenden Scheitern in der Hauptrunde müsse bei den Olympischen Spielen endlich wieder ein Erfolgserlebnis her, um den seit mehr als vier Jahren anhaltenden Sinkflug zu stoppen und die Attraktivität der Sportart in schweren Corona-Zeiten wieder zu steigern. "Wir brauchen jetzt Olympia, um die Kurve wieder nach oben zu kriegen", betonte der Präsident des Deutschen Handballbundes.

Seit dem Superjahr 2016 mit dem EM-Triumph und Olympia-Bronze in Rio hat die DHB-Auswahl ihre eigenen Ansprüche nicht mehr erfüllen können. Bei der WM 2017 war im Achtelfinale Endstation, bei der EM 2018 schied Deutschland wie jetzt in der Hauptrunde aus. Und auch bei der Heim-WM 2019 (Platz vier) und der EM 2020 (Platz fünf) blieb der Medaillentraum unerfüllt. Es droht das Mittelmaß und damit ein nachlassendes Interesse der Öffentlichkeit und Sponsoren, wie die sinkenden TV-Quoten bei der WM zeigten.

"Damit das nicht passiert, müssen wir jetzt liefern. Auch vor dem Hintergrund des Jahrzehnts des Handballs, das wir als Verband ausgerufen haben", forderte Vizepräsident Bob Hanning. Deutschland richtet 2024 die EM und 2027 die WM aus. Hannings Kritik: "Wir haben es in den Turnieren seit 2016 nicht geschafft, diese Weltklasse zu entwickeln. Wir kommen stattdessen immer wieder übers Kollektiv."

Dennoch herrscht auch Optimismus in der Bundesliga, dass 2021 doch noch zu einem Erfolgsjahr wird. Dafür muss die DHB-Auswahl zuerst die Qualifikation für Olympia schaffen und beim Ausscheidungsturnier im März in Berlin unter die ersten Zwei kommen. Gegner sind Schweden, Slowenien und Algerien. "Das wird nicht einfach, und es ist noch Einiges zu tun", mahnte Dierk Schmäschke, Geschäftsführer des deutschen Vizemeisters SG Flensburg-Handewitt. Immerhin kann Bundestrainer Alfred Gislason dann aus einem größeren Pool an Spielern schöpfen, stehen ihm doch vor-aussichtlich wieder Leistungsträger zur Verfügung – wie Fabian Wiede, Finn Lemke, Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und der frisch gekürte "Handballer des Jahres", Hendrik Pekeler.