Deutscher Doppelsieg und Diskussionen

dpa

Von dpa

Sa, 14. März 2020

Biathlon

Biathlon: Denise Herrmann gewinnt vor Franziska Preuß.

KONTIOLAHTI (dpa/BZ). Denise Herrmann hat tolle Spätform bewiesen und beim vorzeitigen Saisonfinale der Biathleten im finnischen Kontiolahti das Rennen und damit auch den Weltcup-Sprint gewonnen. Die 31-Jährige kompensierte am Freitag durch die Laufbestzeit eine Strafrunde und verwies Franziska Preuß auf Rang zwei. Damit sicherte sich die frühere Langläuferin Hermann erstmals in ihrer Biathlon-Karriere eine kleine Kristallkugel – die in der Sprintwertung. "Damit habe ich gar nicht gerechnet – und es ist unglaublich, dass es gereicht hat", sagte Herrmann, die auch vom schwachen 19. Platz der Weltcup-Gesamtführenden Dorothea Wierer aus Italien profitierte.

Herrmann und Preuß (1 Fehler) sorgten für den ersten deutschen Frauen-Doppelsieg seit mehr als einem Jahr. "Das ist der Lohn für die harte und gute Arbeit", sagte Herrmann, nachdem die Frauen im Saisonverlauf angesichts durchwachsener Ergebnisse teils heftige Kritik einstecken mussten. "Das stimmt mich positiv und zeigt, dass ich vorne dabei sein kann, wenn mir nichts in die Quere kommt", sagte die 26-jährige Preuß, die in ihrer Karriere immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Für Janina Hettich vom SC Schönwald verlief das Rennen nicht erfolgreich. Nach fünf Schießfehlern belegte sie mit 4:01,1 Minuten Rückstand auf die Siegerin lediglich den 86. Platz.

Herrmann und Preuß hätten eine tolle Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag. Ob die beiden Jagdrennen am Samstag (13.45 Uhr/ARD und Eurosport) und die beiden Mixed-Staffeln am Sonntag vor leeren Zuschauerrängen aber stattfinden, scheint offen. Denn auch bei den Skijägern wird diskutiert, ob man die Saison nicht doch sofort beendet.

Nachdem wegen der Coronavirus-Pandemie das ursprünglich für kommende Woche geplante Finale in Oslo ersatzlos gestrichen wurde, flogen die US-Amerikaner wegen des von Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbots schon vor dem Weltcup nach Hause. Zudem reist die österreichische Mannschaft bereits am Samstagfrüh ab wie auch die Slowaken.