Vorbild für Freiburg?

Ein Pilotprojekt in Frankfurt zeigt, wie Nachverdichtung gehen kann

Steve Przybilla

Von Steve Przybilla

Fr, 28. Juni 2019 um 10:57 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Viele Städte tun sich schwer, bestehende Viertel nachzuverdichten. In der Platensiedlung entstehen 700 Wohnungen – durch Aufstockung. Sie könnte als Vorbild für Nachverdichtung auch in Freiburg dienen.

In der sogenannten Platensiedlung in Frankfurt am Main bleibt in diesen Tagen kein Stein auf dem anderen. Überall sind Bohrmaschinen und Hämmer zu hören, Fertigteile schweben durch die Luft, Schutthaufen stapeln sich am Straßenrand. Das Viertel, das in den 1950er-Jahren für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte errichtet wurde, durchlebt derzeit den größten Umbau seiner Geschichte. Fast 700 neue Wohnungen entstehen in der Platensiedlung – Wohnraum, der in der wachsenden Metropole dringend benötigt wird.

Was nach einem normalen Bauvorhaben klingt, zeichnet sich gleich durch mehrere Besonderheiten aus. So wird knapp die Hälfte der neuen Wohnungen auf bestehende Häuser aufgestockt. Dafür kommen die Schrägdächer der dreigeschossigen Wohnblöcke weg und werden durch zwei neue Etagen ersetzt. Damit die Statik mitspielt, bestehen die neuen Wohnungen aus vorgefertigten Holzmodulen. Diese werden ganz in der Nähe, in einer sogenannten Feldfabrik, zusammengebaut und direkt zur Baustelle geliefert.

"Wir wollten die Aufstockungen von außen so wenig wie möglich zeigen." Stefan Forster, Architekt 160 Millionen Euro soll die Nachverdichtung der Platensiedlung (inklusive Neubauten) nach aktuellem Stand kosten. Die Holzmodule kommen nur bei den Aufstockungen zum Einsatz. Zwar wird der Umbau dadurch nicht günstiger als bei konventionellen Bauweisen. Aus Sicht der Bauherren hat das Konzept trotzdem einen großen Vorteil: Die Bestandsmieter müssen während der Bauarbeiten nicht ausziehen.

Der Begriff Nachverdichtung löst vielerorts Ängste aus
Am Ende werden die ...

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