Dresden

Pegida in Dresden – was wird 2016?

Bernhard Honnigfort

Von Bernhard Honnigfort

Fr, 15. Januar 2016 um 16:33 Uhr

Deutschland

Pegida hat Sachsens Landeshauptstadt erschüttert, sie gespalten, in Aufruhr versetzt, ratlos gemacht, ihren Ruf zerstört. Es gibt auch Dresdner, die darin eine Chance sehen.

Einen Tag vor Silvester stand in der Sächsischen Zeitung ein langer und mit Witzen angereicherter Beitrag über Humor, der mit der Behauptung überraschte, das Epizentrum deutscher Heiterkeit liege in Sachsen. Ausgerechnet in Sachsen. Warum dort das Epizentrum liegen soll, wurde bedauerlicherweise nicht ausgeführt.
Eine gewagte Behauptung. Wer lange in Dresden lebt, wer vor allem das vergangene Jahr miterlebt hat, ist in Sachsen nämlich auf ganz andere Epizentren gestoßen, auf das deutscher Heiterkeit gewiss nicht. Der Ruf Dresdens ist ruiniert. Die Bewohnerschaft ist gespalten in Anhänger und Gegner, ein Teil ist völlig ratlos, ein anderer hält sich heraus. Dresden 2016 ist nicht mehr wie Dresden 2013. Man versteht die Welt nicht mehr.
Pegida ist wie ein heller Blitz in die alte Barockstadt gefahren. Pegida hat aufgeräumt mit dem schönen Märchen von der boomenden und blühenden Stadt mit seinen Dutzenden Museen, der Semperoper und der Staatskapelle, dem wiederaufgebauten Schloss, Schauspielhaus, all der Pracht aus Sandstein und Historie, mit der stolzen Geschichte von der Kraft der Bürgergesellschaft und ihrer neu errichteten Frauenkirche, dem Silicon-Saxony-Boom und milliardenschweren Investitionen aus USA oder Arabien.
All das ist zwar noch da. Aber etwas anderes ist hinzugekommen oder vielmehr sichtbar geworden: die dunkle Seite der Stadt, um ein Bundespräsidentenadjektiv zu verwenden, das Hässliche, der Zorn, das Boshafte und Schäbige, der Hass auf alles Fremde, auch Westdeutsche. Dresden und Pegida ist für viele Dresdner auch die Geschichte ihrer eigenen Dresdner Enttäuschung: Ist ...

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