Deutsch-französische Geschichte

Wie aus dem Lehrbuch

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Sa, 19. Januar 2013

Deutschland

Deutsch-französische Geschichte in einem gemeinsamen Schulbuch zu fassen, erfordert Fingerspitzengefühl.

Das konnte John Maynard Keynes am Vorabend des Zweiten Weltkriegs nicht wissen: Im Jahr 2013 hat die Arbeitslosigkeit in Frankreich und Spanien ein unerträgliches Maß erreicht. "Wir haben gesagt, der Staat muss unbedingt investieren", sagt Gil Charmeil, Lehrer am Bartholdi-Gymnasium im französischen Colmar. Er blickt in die Gesichter von 16-Jährigen, die sich mit den Theorien des britischen Ökonomen auseinandersetzen. Noch zwei Schuljahre, dann haben sie ihr Abibac, ihr deutsch-französisches Abitur, in der Tasche. "Und was passiert, wenn die Menschen weniger verdienen", bohrt Charmeil nach. "Die Kaufkraft der Menschen sinkt", antwortet eine Schülerin mit kaum merklichem Akzent.
Gil Charmeil ist ein jugendlicher Lehrer mittleren Alters. Kurzes graues Haar, Brille, wacher Blick. Seinem singenden Deutsch merkt man an, dass er mit Leidenschaft deutsche Geschichte unterrichtet. Das altehrwürdige Gebäude mit knarzenden Treppen und Holzgeländern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Erst war es im französischen Elsass das Jesuitenkolleg, ein Jahrhundert später wurde es kaiserlich-deutsches Gymnasium. Als Keynes seine Wirtschaftstheorie schrieb, waren die Bomben des Zweiten Weltkriegs schon fast zu hören. Frankreich und Deutschland kämpften bis aufs Blut. Bis zum Versöhnungsvertrag zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer war es noch ein weiter Weg. Was ...

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